Restaurants


letussea001Hua Hin ist nicht gerade ein Ort, der mit magischer Schönheit anlockt. Eher eine verbaute Thaikleinstadt, die den Vorteil hat, dass sie nur 2 1/2 Autostunden vom Zentrum Bangkoks entfernt. Also das richtige für einen Kurzurlaub für gestresste Großstädter oder Businessreisende, die vor dem Heimflug noch zwei wertvolle Tage haben.

Diese Tage sind gut vorbereitet worden. Schon Wochen vorher hatte ich mich gefragt, wie ich die Zeit von Samstag Nachmittag bis Montag Nacht am gewinnbringensten gestalten kann. Nachdem ortskundige Freunde mir zu Hua Hin geraten hatten, um Zeit zu sparen, brachte eine kurze Internetrecherche ans Licht, dass es ein Hotel gibt, das mich sofort in seinen Bann zog: Let’s Sea Hua Hin Al Fresco Resort.

letussea002Das Hotel am Meer besteht aus zwei gegenüberliegenden Reihen von Bungalows, die von einem künstlichen Kanal getrennt sind. Der Kanal ist der Pool. Nun gibt es es zwei Arten von Zimmer: Die im Erdgeschoss (Pier Studio), die eine Holzterasse haben, auf der man den ganzen Tag verträumt mit einem Glas Wein sitzen kann und von Zeit zu Zeit über die kleine Treppe ins Wasser gleitet. Die Moon Deck Suites hingegen sind im ersten Stock und haben eine Dachterasse.

Das Design ist perfekt und der Service natürlich auch (wer würde hier etwas anderes erwarten). Das Essen und die Weinauswahl passt auch aber ich ziehe dann doch die lokalen Garküchen vor. Ins Zentrum der Stadt sind es 10 Minuten mit dem Taxi für 150 Baht (3 Euro).

Ich sitze einfach nur den ganzen Tag auf meinem Bootssteg, schaue aufs Wasser und twittere von Zeit zu Zeit.

Ach ja: Follow me on Twitter.

Ja ich weiß es selbst – seit fast zwei Monaten habe ich keinen Blogpost mehr geschrieben. Mir fehlte einfach die Motivation und vor allem die Zeit. Zu viel Arbeit.

In den letzten zwei Wochen war ich auf beruflichem Trip durch Amerikas Osten. Ohio-Conneticut-Massachussetts-Washingto D.C.-Georgia. Fünf Hotels in 14 Tagen, drei Inlandsflüge, Mietwagen. Das Beste aber war die Fahrt im Amtrakzug von Boston nach Washington D.C., durch New York, Philadelphia and Baltimore. In die Fjordlandschaft Conneticuts habe ich mich spontan verliebt.

Kulinarisch gibt es nicht viel zu berichten, da ich meist mit schlechtem Konferenzessen versorgt war. Also in Kurzform die Dinge, die wirklich berichtenswert waren (eigentlich nur drei, neben dem Hummer, den ich in meinem kleinen Hotelrestaurant in Boston für $ 22 gegessen habe):

Restaurant Mio in Washington D.C.: Hier kocht zur Freude der Hauptstädter Stefano Frigerio, der ehmalige Chefkoch des Ritz-Carltons, der zwischendrin versucht hatte, sich in Baltimore selbständig zu machen, dann erfolgreich für diese Institution angeworben wurde. In schlichter, ungezwungener Atmosphäre stimmern Cocktails, Weine, das modern interpretierte italienische Essen und dann auch die Preise (der gegenwärtige Dollarkurs macht das Genießen sowiese noch süßer). Ich aß als Vorspeise kleine Tintenfische in einer scharfen Sauce und dann Wachtel auf Basilikumrisotto mt Steinpilzen.

Ich liebe ja seitdem ich in Oregon war die Pinot Noirs aus Amerikas Nordwesten.  Spannend fand ich daher den Roten von Wein by Joe, ein leicht zu drinkender Pinot Noir, der mit einem frechen Ettikett daher kommt.

Ein Ort, um gute Südstaateküche in Atlanta in lockerer Atmosphäre zu genießen, ist JCT Kitchen & Bar, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Die Austern sind superfrisch, das Fleisch genau auf den Punkt zubereitet und die Pommes waren mit die besten, die ich seit langem gegessen habe (auch hier gibt es übrigens Wein von Joe).

Mio
1110 Vermont Avenue, NW
Washington DC, 20005
Phone: 202-955-0075

JCT Kitchen & Bar
In Atlanta’s Westside Urban Market
1198 Howell Mill Road, Suite 18
Atlanta, GA 30318
Phone: (404) 355-2252 

Es gibt wenig Plätze auf der Erde (außer zuhause – Berlin), auf die ich mich immer wieder die Vorfreude packt und schüttelt. Kapstadt steht einsam an der Spitze meiner Liste. Alleine schon die Fahrt vom Flughafen in die City lässt mein Herz höher schlagen – der erste Blick auf Devil’s Peak und den Tafel Berg, dann öffnet sich der Blick zum Hafen und zur Waterfront, und schon ist man im Herzen eines der schönsten Flecken dieser Erde.

Bei meinem fünften Besuch in Kapstadt habe ich mir ein Fahrrad geliehen. Mein Hotel in Seapoint ist ein hervorragender Ausgangspunkt für kleine Tagestouren, wenn dann am späten Nachmittag das Business ein Ende hat. Wie ein Magnet zieht mich Camps Bay an, 5 km von Sea Point und 10 m vom Stadtzentrum entfernt. Hier kann, wenn der Wettergott gnädig ist nichts anderes als glücklich sein. Blind irgendein Restaurant auswählen, Seafood und Wein bestellen und jeden Moment genießen.

Natürlich müssen es Austern sein (€ 0,60 das Stück), am besten die aus Namibia – es gibt kaum bessere auf dieser Welt. Dazu ein Seafood-Salat mit einer Tomatenvinaigrette (€ 6). Und natürlich ein Sauvignon Blanc, zum Beispiel von Zevenwacht – gib mir die Stachelbeere (€ 12 die Flasche). Das alles im Ocean Blue – oder irgendwo sonst – aber hier stimmt der Service und der Preis.

Die Götter meinen es gut mit mir!

Ocean Blue
Camps Bay
Tel. 438 9838

Leider hatte ich nur wenig Zeit, die Restaurant- und Barszene in Helsinki zu erkunden, bevor ich zu Freunden nach Mittelfinnland aufgebrochen bin. Diese charmante Stadt hat viel zu bieten, zu Preisen, die dann nicht so hóch liegen wie erwartet.

Zwei Restaurants – zwei Empfehlungen:

Das Aino, in der Nähe des Doms, wirbt mit finnischer Küche. Ein heller, Raum, angenehm dekoriert, genug Platz zwischen den Tischen für persönliche Gespräche und makellos freundlicher Service. Die Speisekarte bietet rustikale finnische Klassiker wie Brathering mit Kartoffelbrei und Rote Beete, oder Blinis mit Stör und Sauerrahm, aber auch feine Speisen wie Rentierfilet mit Crawberry-Sauce. Die Weinkarte ist ordentlich (aber wie in den meisten Restaurants in Finnland sind es die Weine, die einen tief in die Tasche greifen lassen). Warum nicht mal ein Bier, zum Beispiel das rote finnische Bitterbier Huvila E.S.B.?

Gleich um die Ecke liegt das Nuevo – wie der Name andeutet, ein spanisches Restaurant, dass aber sich weniger auf Tapas konzentriert als auf spanische Interpretationen klassischer und moderner Küche, wie z.B. warmer Ziegenkäse auf Blattsalat mit dickem Balsamico-Syrup (€ 8,50), oder Wachtel mit Foie Gras gefüllt, Wurzelgemüse und Perlhuhn-Consommé (€ 28,50). Die Weinliste mit spanischen und internationalen Weinen ist sehr anspruchsvoll und bietet einige außergewöhnliche Gewächse, wie z.B. Cuatro Pasos Mencia 2004, von Martin Codax aus Bierzo (€ 43), einer kleinen Region aus der innovative Weine kommen. Der Quatros Pasos kommt leicht aber doch mit interessanten Lakritzaromen und einem spannenden leichten Salzgeschmack daher (Nein, dem Koch war nicht der Salzstreuer ausgerutscht – wir probierten eine zweite Flasche). Belvini.de schreibt dazu:

Der Name Cuatro Pasos, auf Deutsch die vier Pfoten, stammt von der Entdeckung von vier Bärenpfoten in einer der höchsten Weinlagen, wovon die Trauben für diesen Wein stammen. Es gibt insgesamt vier Weinlagen Otero, Hornija, Corullón und Valtuille mit unterschiedlichen Bodeneigenschaften, wo die Trauben gelesen werden. Der Wein wird 12 Monate in Holzfässern von vier verschiedenen Holzarten ausgebaut, welche diesen unverwechselbaren Geschmack stark beeinflussen. Volle Frucht und ausgeprägte Tannine vermählen sich in diesem Rotwein zu einem opulent-feinnervigen Vergnügen! Ein besonderes Genusserlebnis!

RAVINTOLA AINO
Pohjoisesplanadi 21
00100 Helsinki
Tel.  (09) 624 327

Nuevo 
Sofiankatu 4
00170 Helsinki
Tel: (09) 677 101
E-mail: myyntipalvelu@royalravintolat.com

Foto: (1) drymartini, (2) Belvini.de

Nein – den Titel zu diesem Blogeintrag habe ich mir nicht selbst ausgedacht – es ist das Motto dieses kleinen, feinen Restaurants im Herzen Schönebergs. Meine Liebste und ich gehen hier schon seit Jahren gerne hin, bevorzugt im Herbst, wenn es draußen kalt und nass wird. Das La Cocotte serviert nämlich französische Klassiker.

Schon am Telefon wird man mit einem freundlichen „Bon Soir“ begrüßt, und so wird der ganze Abend von einem herrlichen Fronkreisch-Feeling begleitet – das Team ist durchgehend frankophon. Und so bleibt es auch nicht aus, dass wir über die Besonderheit der französischen Nasallaute aufgeklärt werden. Hier ist alles authentisch – und die Freundlichkeit des Service nicht zu überbieten. Viel Zeit sollte man allerdings mitbringen, da die Küche in Stoßzeiten die Bestellungen in ihrem eigenen Tempo abarbeitet.

Wer jetzt glaubt, dass es sich hier um einen Hort der Bürgerlichkeit handelt, täuscht sich. Die Fotografien an den Wänden und der Monitor, auf dem eine Videoinstallation läuft, deuten an, dass man die Traditionen Escoffiers mit urbanem Flair vereint.

Jetzt aber zum Essen. Ich hatte das große Glück, dass Austern auf dem Speiseplan standen. Fine de Clairs, mittlere Größe, von ausgezeichneter Frische und tadellosem Geschmack, so gut, dass ich nach den anfänglichen sechs noch drei Stück nachbestellen musste (6 Stück € 9). Die Liebste und die liebste Tochter aßen mittlerweile Perlhuhnpastete mit Pistazien und Trauben an Trestersenf (€ 4,90). Dazu ein Picpoul de Pinet der Domain de Montredon (€ 14), eine Wein, der aus einer alten autochtonen Rebe im Languedoc gemacht wird und mit seiner säurarmen Frische und seinem Geschmack nach Ananas und Limonen perfekt mit den Austern harmonisierte.

Ins La Cocotte geht man vor allem, um die Schmorgerichte zu essen, die am Tisch in kleinen gusseisernen Brätern serviert werden, ebenso wie die Beilagen, die man frei auswählen kann. Die Liebste aß das Kaninchen in Senfsoße (€ 13,90), die Tochter das unnachahmliche Boef Bourguignon (€ 9,90) und ich entschied mich für die 300g-Variante des Entrecote mit Pfeffer von bester Fleischqualität (€ 19,90). Dazu Puy-Linsen und leckeres Kartoffelpürree mit Rotwein (je € 1,90).

Auch wenn die Wasserpreise zu Buche schlagen (1 l Evian für € 5,90) – insgesamt ein schöner Abend, an dem Preis und Leistung in einem schwer zu überbietenden Verhältnis stehen.

Restaurant La Cocotte
Vorbergstr. 10
10823 Berlin
Tel. 030-78957658

Es gibt eine spezielle Sorte von Restaurants, die gibt es nur selten in großen deutschen Städten. Ich meine Restaurants, die kein großes Aufheben um sich machen, Restaurants, die nur eine Gruppe von Eingeweihten kennt, Restaurants wo die Qualität von Speisen, Getränke und Service in einem nicht zu überbietenden Verhältnis zum Preis steht. Das Grünfisch in Berlin ist ein solches Restaurant.

In Berlin-Kreuzberg am Chamissoplatz gibt es das Grünfisch schon seit ca. acht Jahren. Seit ein paar Monaten gibt es eine Dependance am Fasanenplatz in Charlottenburg. Das Grünfisch wird von Vu Pham Dang aus Saigon und von Giovanni Di Liberto aus Sizilien geführt. Ich kann nicht nachvollziehen, wenn es in manchen Restaurantkritiken heißt, dass hier eine asiatisch-italienische Küche gibt. Für mich ist das Süditalien pur, mit vielleicht ganz seltenen Griffen in die asiatische Gewürzkiste. Aber das was hier – sizilianisch-modern-kreativ – auf den Tisch kommt, ist immer fein abgeschmeckt.

Die Karte wechselt regelmäßig und so gab es, als ich dort zu Besuch war: Ravioli mit Maronensteinpilzpüree gefüllt mit gebratenem Tunfisch auf Steinpilzragout (€ 12), gefolgt von Kaninchenflet mit Maronenpilzen gefüllt im Parmamantel auf Salbeibutter und Mangold (€ 10). Mein Gesprächspartner aß Kürbiscremesuppe mit Süßkartoffel und Kokos (€ 5) sowie Entenbrust auf Organrisotto mit Pfifferlingen (€ 16,50). Bis auf dass die Entenbrust ein bisschen trocken geraten war, hat alles köstlich gemundet.

Beeindruckend auch die große Auswahl guter sizilianischer Weine. Wir tranken Nuhar 2004 von Tenuta Rapitalà, eine Cuvée aus Nero d’Avola und Pinot Nero (€ 35). Oh – was hat dieser Wein mein Herz höher schlagen lassen. Elegant, rassig, mit guter Säure und Tanninen, ein hervorragender Essensbegleiter – sogar zu unseren leichten Speisen. Unbedingt dekantieren lassen! Auf der Webseite des Weinguts (sehens- und hörenswert!) findet man die folgende Anmerkung:

The vineyards where we select the grapes for the production of Nuhar (flower in Arabic) are cultivated at the heart of the mountain which overlooks the Tenuta and from which rises the river „Rabidh Allah“.

Beide Lokale sind angenehm gemütlich und der Service ist herzlich und gut.

Grünfisch – Berlin / Kreuzberg
Willibald-Alexis-Straße 27
10965 Berlin (Kreuzberg)
am Chamissoplatz
nahe U-Bhf. Gneisenaustraße / Platz der Luftbrücke
Telefon & Fax (030) 616 21 252
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 18-24 Uhr

Grünfisch – Berlin / Charlottenburg
Fasanenstraße 42
10719 Berlin (Charlottenburg)
am Fasanenplatz
nahe U-Bhf. Spichernstraße
Telefon & Fax (030) 39 37 15 23
Öffnungszeiten
Montag bis Samstag 18-24 Uhr

Während sich die Creme de la Creme der europäischen Barszene in Berlin zur ersten Barconvention trifft, bin ich in London untergetaucht. Man muss ja Prioritäten setzen. Kleiner Trip durch Marylebone; ein Stadtteil, den ich noch nicht kannte (nahe Baker Street): auch wenn Berlin ja viel zu bieten hat, werde ich ob der Qualität und Attraktivität der Angebote Londons immer schier verrückt; ich möchte gleich in jeden Pub zum Biertrinken, in jeden zweiten Laden rein zum Lebensmittel kaufen, und in jedem dritten Restaurant essen. Die Auswahl ist dann meist zufällig, und so entschieden sich mein Begleiter und ich uns für Ping Pong, das mit einer Auszeichnung für „emerging concepts“ (ungefähr: aufkommende Konzepte) wirbt.

Ping Pong ist ein Dim Sum Restaurant. Man bekommt eine Speisekarte, eine Checklist und einen Bleistift. Was einem auf der Speisekarte gefällt, kreuzt man auf der Liste an. Eine Portion besteht jeweils aus drei Stücken, was das Teilen zu zweit etwas schwierig macht. Die Speisekarte ist in Gedämpftes, Gebratenes, Gebackenes aufgeteilt. Alles kommt schnell und frisch auf den Tisch. Wir hatten 9 oder 10 verschiedene Portionen, z.B. Roast Pork Puff, oder Spicy Chicken, und viel mehr.  Und dann die Chili-Saucen, die dazu gereicht werden…

Alles ríchtig lecker, und ich hoffe auf die Entdeckung des modernen Dim Sums in Europa (in Schöneberg gibt es schon ein Dim Sum Restaurant, das ich unbedingt ausprobieren muss).

Dazu eine Flasche Waterstone Bridge Reserve Semillion Chardonnay aus Australian, der wie Arsch auf Eimer zum Essen passte.

Das Ganze dann für 46 Pfunde, richtig preiswert für London.

Ach ja: es gibt sieben Filialen des Ping Pong. Ein Kettenrestaurant der besseren Art. Es gibt auch Cocktails, aber die haben wir nicht probiert, auch wenn uns „The Emperor’s Elixir“ sehr gereizt hat.

Ping Pong
Marylebone

10 Paddington Street
London

W1U 5QL
tel: 0207 009 9600

andere Filialen in London

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