Österreich


Die Weißweinsaison 2007 neigt sich endgültig ihrem Ende zu. Jetzt werden die schweren Rotweine aus dem Regal geholt, dazu ein schönes Herbstessen, wie z.B. Chili vom Hirsch mit Trockenfrüchten. Aber halt – manchmal gibt es dann doch noch eine Gelegenheit, einen Weißwein zu genießen, z.B. wenn man ein leckeres Fischgericht serviert (bei uns gab es am Samstag den Hirsch und am Sonntag Alfons Schuhbecks Wolfsbarsch in der Salzkruste auf Limettenspinat).

Hierzu ein passender Weißwein war schnell gefunden, der Laurenz Singing Grüner Veltliner vom Weingut Laurenz V im Weinviertel in Österreich. Laurenz Maria Moser produziert Wein in der fünften (V.) Generation und jetzt ist mit seiner Tochter Sophie die sechste hinzugekommen.

Ein ausgesprochen kräftiger Wein mit Aroma und Geschmack von Ananas und Papaya. Meine erste Reaktion war „der schmeckt ja wie Butter“. Also er ist breit und macht am Gaumen viel Freude. Für € 7-8 ist er sein Geld wert.

Bezug: z.B. Jacques Wein-Depot

Leider in meiner Filiale momentan ausgetrunken!

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Die kleinen Überraschungen sind es, die das Leben kolorieren. Ich war auf dem Weg vom Flughafen Wien-Schwechat nach Bratislava. An einem – endlich – schönen, warmen Sommerabend war mir nach leichtem Weißwein. Ich wusste, es würde zu spät sein, um nach meiner Ankunft noch eine Flasche zu ergattern, und ich wusste auch, dass ich in meiner Stadtwohnung in Bratislava nur Rotwein gebunkert hatte. Also hieß ich meinen Taxifahrer an einer Tankstelle in Hainburg, kurz vor der Grenze zu halten. Wer kauft schon Wein an Tankstellen? In Berlin würde ich nicht einmal einen Gedanken daran verschwenden.

Neben dem normalen Schund, den man in allen Tankstellen in der Welt findet, entdeckte ich den Grünen Veltliner 2006 von Jurtschitsch („GrüVe“). Irgendwann, irgendwo hatte ich desen Wein schon einmal getrunken, ohne negative Erinnerungen, also griff ich zu (musste aber noch zwei Stunden warten, bis mein Kühlschrank ihn auf Trinktemperatur herunter gekühlt hatte).

Wer Grünen Veltliner mag, wird Spaß an dem GrüVe habe, auch wenn er nicht wirklich ein Spitzenwein ist. Er erinnert an Mirabellen, Aprikose, Quitte und Apfel. Ein netter Wein für den Sommer.

Die beste Beschreibung fand ich bei Terra Vinum:

Der leichteste Grüne Veltliner beeindruckt mit frischem Duft, feiner Frucht und Würze – er ist zart und spritzig mit belebendem Säurespiel. Seit 20 Jahren prägt der unverkennbare Stil des bekannten österreichischen Malers Christian Ludwig Attersee das Etikett des Veltliner-Klassikers. Für den Jahrgang 2006 hat der Künstler „GrüVe-Gold“ gewählt.

Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen, sorgfältig gerebelt und mit sehr geringem Druck gepresst. Ohne jeglichem Einsatz von Pumpen fließt der geklärte Most dann vom 4-stockigen Presshaus in den darunterliegenden Naturkeller und wird in gekühlten Edelstahltanks bei ca. 18°C langsam vergoren. Damit werden vor allem die zarten Duft- und Aromastoffe gefördert. Die Frische und die Frucht des Veltliner Klassikers werden durch den Ausbau im Stahltank unterstrichen.

Also doch mal an der Tanke Wein kaufen?

Preis: € 8,99 an der Jet-Tankstelle in Hainburg, Niederösterreich. Im Internet zwischen € 6,90 und € 9,99.

Foto: Der feine Weinhandel