Indonesien


In Jakarta gehört meine Liebe eigentlich den chinesischen Straßenrestaurants in der Jalan Pecenongan. Manchmal werde ich ihnen aber untreu. Im Untergeschoss des Alila Hotels in Jakarta gibt es seit einem oder zwei Jahren ein Restaurant, dass sich der original Shanghai Küche verschrieben hat. Im Internet findet man hierzu folgende Angaben:

Die Shanghai-Küche im Osten bringt viel frischen Fisch, Schalen- und Krustentiere auf den Tisch. Charakteristisch für Shanghai ist eine Kochtechnik, die heute in ganz China praktiziert wird: das Rotkochen. Aus dunkler Soja-Sauce und Reiswein wird ein Fond bereitet, in dem das Gargut (Fisch, Fleisch oder Geflügel) mehrere Stunden köchelt (von Wan Kwai, Franz Hönekopp KG).

Ein Ausflug aus dem etwa 10 Taximuten entfernten Stadtzentrum (wenn es so etwas in Jakarta überhaupt gibt) lohnt sich in jedem Fall. Das Restaurant ist einfach und klar eingerichtet, folgt jedoch nicht dem Designstandard des Alila Hotels. Die Küche ist durch eine große Glasscheibe einsehbar. Hier sieht man die Köchinnen und Köche Nudeln ziehen, Dim Sums zu bereiten, etc.

Ich wollte das Shanghai Storm bei meinem letzten Jakartabesuch eigentlich mehrmals besuchen, es hat dann doch noch nur für ein Lunch gereicht. Empfehlenswert: Kuo Cai Beef Mushroom (3,50 €) – rotgschmortes Rindfleisch mit vielen Gemüsen und chinesischen Pilzen, dass auf einer Flamme serviert vor sich hinköchelt. Dazu Baby Kalan mit Knoblauch, ein Mangold ähnliches grünes Gemüse (3 €).

Samstags, Sonntags und Feiertags gibt es von 9-15 Uhr „All You Can Eat“ mit einer großen Auswahl an leckeren Dim Sums.

Shanghai Storm
Alila Jakarta
Jalan Pecenongan Kav 7-17
Jakarta 10120
P : +62 21 231 6008
shanghaistorm@centrin.net.id

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Ja, der Club existiere noch, wurde mir telefonisch bestätigt. Ja, es wird heute abend Jazz gespielt. Nach meinen letzten Erfahrungen in Sachen Bars in Jakarta war ich etwas vorsichtig geworden und habe das Terrain erst einmal von meinem Hotelzimmer aus sondiert. Der Bell Captain, bevor er mich ins Taxi entließ, rief auch noch einmal im Nine Muses Club an und ließ sich eine Wegbescheibung geben. Auf nach Südjakarta, Blok M (nicht weit vom Stadtteil Kemang, der hier bereits beschrieben wurde). Nachts ca. 25 Minuten mit dem Taxi vom Alila Hotel.

Schon allein der Eingang zum Club ließ mich hoffen: ein mit künstlichen Fackeln beleuchteter Gang, der auf eine Bücherwand stößt. Man biegt nach links ab und kommt zu einer kleinen Ballustrade mit zwei Tischen, von der aus man auf den im unteren Stockwerk  gelegenen Hauptraum blickt. Sofort fühlt man sich wie in einer anderen Welt: Ein wohl durchdachter Stilmix aus asiatischen und europäischen Elementen, eklektizistisch – das scheint momentan das Motto zu sein (by the way: der Duden definiert „Eklektizismus als „unoriginelle, unschöpferische geistige od. künstlerische Arbeitsweise“. So ist das nicht gemeint… Ich bekenne mich zum Stilmix, und finde, das ist Kreativität pur. Außerdem, am Rande – anscheinend ist sich die intellektuelle Gemeinde nicht sicher, ob man dieses Wort mit einem oder zwei „k“ schreibt, eine Google-Suche bringt keine klaren Ergebnisse; der Duden sagt: ein „k“). Gedämpftes Licht, warme Farben. Ca. 50 Plätze. Ein kleiner Patio mit tropischer Vegetation schließt sich an.

Ich ließ mich an der Bar nieder, als einziger (es gibt diese Unsitte in manchen Restaurants: man muss eine Bar haben, aber man will nicht wirklich, dass die Gäste dort sitzen) und gab mich der Performance einer englischen Jazzsängerin mit ihrem indonesischen Trio hin. Nicht schlecht für den Anfang.

Etwas später, ich war kurz mal austreten, kam ich zurück an die Bar und mein Platz war besetzt von einer chinesischen Dame unspezifischen Alters (aber das geht mir bei Chinesen häufig so). „Ich bin die Erdnusslieferantin,“ stellte sie sich vor, „diese Mischung aus Erdnüssen und gerösteten Knoblauchscheiben habe ich heute gemacht. Wussten Sie übrigens, dass es viele verschiedene Varietäten von Erdnüssen gibt?“  Naja, dachte ich, es gibt interessante Möglichkeiten, seinen Unterhalt zu verdienen. Was sie denn noch mache? Den Club zu beraten. Aha, dachte ich, noch eine Beraterin.

Fünf Minuten später stellte sich heraus, das Dorothy Poon die Besitzerin der Nine Muses ist. Sie kommt aus Hong Kong und ist vor vielen Jahren in Jakarta hängen geblieben. Da sie gerne öffentlich singen wollte, eröffnete sie die Bar, in der sie Sonntagabend Mozart- und Pucciniarien, auch mal neapolitanische Volkslieder zum Besten gibt. An allen sechs anderen Tagen in der Woche gibt es Jazz oder Blues. Nebenbei versucht Dorothy, alle möglichen Kulturprojekte anzustoßen und kämpft gegen Windmühlen. Windmühlenkämpfer bekommen bei mir grundsätzlich einen Sympathievorschuss.

Das Konzept der Küche wird bestimmt vom französischen Chefkoch und dem französischen Food- und Beveragemanager. Es gibt gebratene Entenleber auf Brioche mit frischer Mango, Austern, ein bisschen Pasta, Steaks, Fisch. Der Schwerpunkt liegt auf Qualität und daher werden fast alle Produkte aus Europa oder Australien eingeflogen. „Es gibt hier in Indonesien nicht die kontinuierliche Qualität, die wir verlangen.“

Die Getränke? Nicht spektakulär, wollte ich schon sagen und geriet in eine Diskussion mit Dorothy, A’am, dem wunderbar kultivierten Oberkellner, der dem Gast sofort das Gefühl gibt, willkommen zu sein und Zeit für ein Schwätzchen hat, sich aber immer entschuldigt, wenn er sich um andere Gäste kümmern muss, und Gil, dem Beveragemanager. „Sie können froh sein, dass Sie hier Gin trinken können. Die indonesische Regierung ändert momentan ihre Einfuhrgesetze für Alkohol und es ist fast unmöglich, die Getränke zu bekommen, die man haben will. Alles steht für ein halbes Jahr im Containerhafen. Manchmal kaufen wir im Duty Freeshop für unsere Bar ein.“

Ein kultivierter, stylischer und zum Abspannen einladender Ort, Lichtjahre entfernt von den lauten Treffpunkten der jungen Schönen und Wilden Jakartas.

Opening Hours          
Monday – Thursday, Sunday opened from 6.30 pm – 1.00 am
Friday – Saturday opened from 6.30 pm – 2.00 am

No cover charge except on special events

 

Dress code
Casual Smart (no hats, caps, tee shirts, short pants, torn , jeans, and sport shoes allowed)

Contact
Tel +62 21 722 11 88
Address Jl. Wijaya I / 25, Kebayoran Baru,
Jakarta, Indonesia

Wenn irgend eine Location in Asien länger als fünf Jahre existiert, hat sie schon einen Preis für Denkmalpflege verdient. Ich erinnere mich daran, dass uns ein Kollege 2002 in Beijing in eines seiner liebsten Restaurants einladen wollte. Wir ins Taxi, und plötzlich stoppt der Kollege das Taxi, wir steigen aus an einer Baugrube, und er sagt: „Letzte Woche war hier noch ein Restaurant.“ So ähnlich ging es mir drei Jahre später in der gleichen Stadt, als ich krampfhaft ein ganzes Viertel mit Kneipen suchte, das jeder europäischen Stadt zur Ehre gereicht hätte – platt, Baugrube.

Jakarta verändert sich nicht so schnell wie Beijing, aber es verändert sich. In Europa ist man gewohnt, sich aus dem Internet aktuelle Informationen abzurufen. So, dachte ich, könnte ich es auch in Jakarta machen. Ich bin mehrmal kläglich gescheitert, weil die Bars, die ich versuchte anzusteuern, einfach nicht mehr existieren.

Ich kam, mit drei Stunden Verspätung (Garuda Indonesia), von Banda Aceh in Jakarta an, Es war 9 Uhr abends und mir war einfach nur nach einem gepflegten Drink. Denkste; die Jazz Bar, die ich mir aus dem Internet ausgeguckt hatte, gab es einfach nicht mehr. Was tun? Wie immer in solchen Situationen – ich ende im Jaya Pub.

Der Jaya Pub war meine erste Erfahrung in Sachen Bars in Indonesien – als ich das erste Mal vor acht Jahren hier war, gab es ihn schon… Und viel länger, nämlich seit 31 Jahren. Und es scheint, dass er sich seitdem nicht verändert hat. Der alte Oberkellner trägt immer noch seine schwarze Fliege, man wird von der Dame des Hauses per Handschlag begrüßt, der Billardtisch ist noch da und lädt ein zur Kontaktpflege, und immer spielt eine Girlieband „Privat Dancer“ oder „The House of the Rising Sun.“

Der Jaya Pub ist nicht gerade der Typ von Bars, in denen ich in Europa verkehren würde – vollgepflastert mit schlechten Kneipensprüchen („I got a drinking problem – two hands and one mouth“, oder „My best friend run away with my wife – and sure I miss him“), Airlinelogos und Fotos aus besseren Zeiten. Aber er ist eine sichere Bank, auch, wenn die Gäste mit der Bar altern.

Das beste, was man hier drinken kann, ist Heinecken Bier. Wie lange noch?

Jaya Bldg, Jl. Thamrin Kav. 2, Central Jakarta

Viele Jahre hat mich ein immer wieder kehrender Traum gequält: Ich bin auf dem Weg zum Flughafen, aber schaffe es nicht zum Flugzeug – weil ich mich verfahre, in den falschen Bus steige, oder das Abfluggate nicht zu finden ist. Zum Glück ist der Traum jetzt sehr selten geworden und meine Panik, ein Flugzeug zu verpassen (ist mir nur einmal im Leben passiert, bei ca. 500 Abflügen), ist auch weniger geworden. Trotzdem bin ich immer noch gern auf der sicheren Seite. Da kann es einem passieren, dass man plötzlich 4 Stunden vor Abflug am Flughafen steht (weil es wieder erwarten keinen großen Stau auf der Autobahn in Jakarta gab und weil ich mich um eine Stunde bei der Abflugszeit vertan hatte).

Der Flughafen von Jakarta (CGK) war ür mich immer schon einer der schönsten, da er aus kleinen Pavillions besteht, die an landestypische Architektur erinnern, und weil er mit Grün zwischen den Gebäuden nicht geizt. Leider gab es in der Vergangenheit hier nicht viel zu tun. Ein paar Restaurants und ein paar Läden, vor allem im Domestic-Bereich. In den letzten drei Jahren ist der Flughafen aber einer gründlichen Erneuerung unterzogen worden und kann jetzt mit anderen internationalen Airports mithalten. In der Vorhalle von Terminal 2 gibt es jetzt ein offenes Internetcafe mit bequemen Sesseln, in dem man sein Notebook an Strom (europäischer Standard!) und an einen Breitbandanschluss einklinken kann. Mr. Chew’s Internetcafé nimmt zwar stolze Preise dafür (5,50 € inklusive Getränk für die erste halbe Stunde, danach 3 € für jede weitere halbe Stunde), aber der Service ist es wert.

Der Bereich nach dem Einchecken strotzt jetzt vor internationalen Selbstbedienungsrestaurants und Cafés, Freizeitangeboten (Massage, Spa) und vielen Läden, darunter ein hervorragend sortierter englischer Buchladen. Hier gibt es ein Wiress Lan, für dass man sich im Café für 4,50 € eine Dreistundenkarte kaufen kann.

Manchmal kann man sich sogar als Geschäftsreisender kleine Träume erfüllen. Diesen Traum träumte ich seit 8 Jahren, als zum ersten Mal nach Bandung, in den Bergen von Zentraljava gelegen, kam. Ich war damals anlässlich eines Workshops für zehn Tage in einem innerstädtischen Hotel untergebracht. Zu meinem Geburtstag hatte ich Freunde in das damalige Chedi Hotel eingeladen, das uns wegen seiner spektakulären Lage empfohlen wurde. Vor fünf Jahren wurde das Hotel von einer anderen Kette übernommen und umbenannt, jetzt heißt es Malya. Das Konzept ist geblieben, dazu später mehr.

Bandung ist eine Stadt mit 3 Millionen Einwohnern, ca. 130 km von Jakarta enfernt. Am Wochenende verdoppelt sich die Einwohnerzahl, da viele Familien aus Jakarta herkommen, um in den vielen Factory Outlet Stores einzukaufen (Bandung ist das Zentrum der indonesischen Textilindustrie – hier produzieren viele der großen und kleinen Modemarken. Das Klima ist durch die Höhenlage (700m) auch sehr angenehm, und Bandung hat für einen Kurzurlaub viel zu bieten.

Man kann mit dem Taxi oder mit dem Bus nach Bandung fahren, aber es gibt eine viel bessere Alternative: In drei Stunden schraubt sich der Zug von Jakarta Gambir durch die Berge hoch, vorbei an Reisfeldern und Dörfern mit den typischen Ziegelgedeckten Häusern. Pünktlich auf die Minute und mit viel Charme. Die Fahrt kostet in der 1. Klasse ca. 7 €.

Das Malya Hotel liegt am Rande von Bandung, an einer tropisch bewaldeten Schlucht. Die Luft ist dick, man spürt nicht die nahe Großstadt. Die Einrichtung ist so, wie man es sich von einem Hotel in Südostasien wünscht: Klare asiatische Formen, Wasser, viel Holz, Natur und einzelne, doch nicht zu viele folkloristische Elemente gemischt mit modernen Designs.

Ein Lächeln für die Empfangschefin verhalf mir zu einem Upgrade zu einem Zimmer mit Balkon. Am nächsten Tag wurde mir noch ein Upgrade in eine Suite angeboten, das ich aber dankend ablehnte. Man freut sich als Reisender, wenn man sein Zimmer gefunden hat. Als die Internetverbindung (gebührenfrei) nicht auf Anhieb funktionierte, wurde mir sofort ein anderes Zimmer angeboten, in dem es klappte. Der Service ist wie in den meisten guten Hotels in Indonesien makellos.

Da das Malya in die Schlucht gebaut ist, kommt man im obersten Stock an und fährt bis zum 5. Stock in umgekehrter Reihenfolge nach unten. Der Pool grenzt direkt an die Schlucht, ohne erhöhte Umrandung und fügt sich mit seinen flaschengrünen Kacheln in die umgebende Natur ein. Wie in jedem besseren Hotel in Südostasien lohnt sich ein Besuch im Spa – ich gönnte mir eine einstündige softe Malya Massage, die alle meine Sinne belebt hat.

Was das Malya ganz besonders macht, ist das Restaurant, das oberhalb der besagten Schlucht liegt – weniger wegen des Essen, sondern wegen seiner spektklären Lage. Man sitzt auf der Veranda und lauscht dem ständigen Konzert von Zikaden und Vögeln, begleitet von einem Gamelan- und Flötenspieler. Romantischer geht es kaum. Sensationell ist das Frühstücksbuffet, vor allem wegen seiner verschiedenen Fruchtmuse und kaltgerührter Marmeladen. Das Restaurant konzentriert sich ansonsten auf europäische/italienische Küche, die nicht gerade spektakulär ist und mit der Gesamtqualität des Hotels in keinster Weise mitkommt. Es gibt auch eine kleinere indonesische Karte, aber auch da bekommt man anderweitig mehr geboten. Der Wein schlägt in der Geldbörse zu Buche: Für eine Flasche australischen Howling Wolves 2005 Semillion Sauvignon Blanc mit einem netten frischen Zitrusaroma, aber wenig Abgang zahlte ich schlappe 45 €. Gibt es in Australien Wölfe?

Der Preis für das Hotel? Schwer zu sagen, da mir das Hotel über eine lokale Reiseagentur vermittelt wurde. Ich zahlte ca. 75 €, Frühstück inklusive. Am Wochenende ist das Malya meist ausgebucht, wegen den bereits erwähnten Jakarta-Touristen, und dann ist es auch teuer. Gute Internetangebote sind für dieses Hotel schwer zu finden.

Die unglaublich friedliche Atmosphäre, die frische Luft, die leise Musik, alles das hat dazu beigetragen, dass mir die Arbeit, die ich zu erledigen hatte, leicht fiel. Hier macht das Nomadensein Spaß – mit der Liebsten wäre es aber ein Urlaub für alle Sinne. Ich komme wieder (und werde ein Wort bei der Direktion einlegen, dass sie ihr Restaurant upgraden).

Fotos: drymartini (copyright granted for non-commercial purposes)

Wenn man schon vier, fünfmal in einer fremden Stadt gewesen ist, erdreistet man sich oft zu glauben, dass man diese Stadt kennt. So ging es mir mit der Megametropole Jakarta. Dabei war ich bisher hauptsächlich die große Magistrale, die Jakarta von Norden nach Süden durchschneidet, mit dem Taxi auf- und abgefahren. Entlang oder in der Nähe dieser Straße befinden sich die großen Hotels und auch die meisten bekannten Clubs, wie zum Beispiel das BATS im Hotel Shangri La, das als einer der angesagten Clubs gilt (und wo es meist gute Lifemusik gibt; Eintritt am Wochenende ca. 7 €, Drink inklusive). Irgendwann war ich einmal in einem abgeranzten Viertel mit zwielichtigen Kneipen und habe mir in einem schmutzigen Pub ein Spiel der Fußball-WM 2006 angeschaut. Brrr…

Jakarta hat viel mehr zu bieten und überrascht immer wieder. Seit ca. drei Jahren ist im südlichen Stadtteil Kemang in Blok M ein Ausgehviertel entstanden, dass sich mit denen anderer asiatischer oder europäischer Großstädte mehr als messen kann. Auf etwa einem Kilometer drängen sich etwa hundert Cafés, Restaurants und Boutiquen. Der besondere Reiz entsteht dadurch, dass jeweils eine Gruppe von Restaurants um eine Art Innenhof gruppiert ist und man sich an seinem Tisch von diesen verschiedenen thematischen Küchen bestellen kann.

Ich fand mich im Dim Sum Festival wieder, in dem sich die Restaurants um eine zentrale Theke in der Art des Kaiten Sushi (Laufband) gruppieren. Ich setzte mich an gesagte Theke und kam mit dem netten Sushi-Chef ins Plauschen. Hier kann man, wie der Name sagt, aus einer Vielzahl von Dim Sum, japanischen Gerichten sowie TexMex-Food und Pizza wählen. Ich aß superfrisches Maguro Sashimi (Thunfisch), das ganz leicht angegart und mit schwarzem Pfeffer überzogen war, weiterhin Unagi Don (japanischer Aal in einer Teriyaki-Sauce), sowie Dim Sung Udang Szechuan Style, d.h. gedämpfte Teigtaschen mit Garnelen in einer scharfen Sauce. Dazu gab es Mineralwasser. Das alles war lecker, authentisch und kostete mich 9 €.

Wenn das Alila Hotel minimalistisch klar in seinem Design ist, frönt das grandkemang Hotel einem fröhlichen Ekklektizismus und präsentiert sich als Lifestyle Hotel (siehe auch ihre Webseite). Moderne Farben und Formen werden hier mit angedeuteten Louis XIV und anderen Stilmixelementen vermischt. Die Poolbar ist sehr stylisch. Vielleicht werde ich bei meinem nächsten Jakartabesuch dem Alila untreu und probiere mal das grandkemang aus. Bis dahin kann ich leider keine Empfehlung abgeben. Der offizielle Preis, den mir der Front Desk für das EZ nannte, liegt bei 70 €, aber es gibt sicherlich noch günstigere Internetangebote.

Foto rechts: Unagi Don von penegrin auf Flickr

Es gibt im Leben eines Vielreisenden eines oder wenige Hotels auf die man sich freut. Man fühlt, als ob man nach Hause kommt. Für mich ist das Alila Hotel in Jakarta ein solches Hotel. Schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt kann ich es kaum abwarten, freundlich von dem Bellman begrüßt zu werden und dann in die coole Lobby des Hotels enzutreten. „Nice to have you back.“ Der Name des Hotels kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Überraschung“.

Das Alila Hotel ist ein ganz spezielles Designhotel, das 2001 im südlichen Teil Jakartas eröffnet wurde. Es gehört zu einer Kette, die zwei Ferienhotels in Bali betreibt.

Es besticht durch perfekten Service, der einem alle Wünsche von den Augen abliest, einem minimalistischen Design mit viel Holz in den Zimmern und dunklem Granit in der Eingangshalle, einem Frühstücksbuffet, das nichts zu wünschen übriglässt (perfektes Bircher Müsli!), einem großen Pool im 6. Stock, mit Blick auf die Stadt, und einem Spa, in dem man bei Aromatherapie und Massage wunderbar entspannen kann. Ich genieße es, in einem der oberen Stockwerke, entweder Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu genießen (je nach Lage des Zimmers).

Das Alila Hotel liegt im chinesischen Viertel. Gegenüber dem Hotel öffnen abends Straßenrestaurants, wo man für wenig Geld Meeresfrüchte und andere Köstlichkeiten genießen kann. Probieren Sie im „Garden“ die Krebse in schwarzer Pfeffersauce (8 €), oder das Bami Goreng (2 €). Dazu ein halber Liter Bintang Bier für € 1,20.

Das Alila hat genau zwei Nachteile: Erstens, es besitzt zwar zwei Restaurants, aber keine Hotelbar. Zweitens, es liegt etwas abseits des Stadtzentrums und der anderen Restaurants, Hotels und Bars. D.h. man ist je nach Verkehr 10-20 Minuten im Taxi unterwegs. Dieser Nachteil wird durch die unschlagbaren Preise wettgemacht. Ich buche normalerweise über Asiarooms, ein thailändisches Internetunternehmen, das 24 Stunden telefonische Betreuung, guten Service und unschlagbare Preise bietet. Diesmal zahlte ich 43 € pro Nacht im King Size Bed, Frühstück inklusive. Wo in der Welt bekommt man ein vergleichbares Angebot?

Fotos: http://www.alilahotels.com/