Hotels


letussea001Hua Hin ist nicht gerade ein Ort, der mit magischer Schönheit anlockt. Eher eine verbaute Thaikleinstadt, die den Vorteil hat, dass sie nur 2 1/2 Autostunden vom Zentrum Bangkoks entfernt. Also das richtige für einen Kurzurlaub für gestresste Großstädter oder Businessreisende, die vor dem Heimflug noch zwei wertvolle Tage haben.

Diese Tage sind gut vorbereitet worden. Schon Wochen vorher hatte ich mich gefragt, wie ich die Zeit von Samstag Nachmittag bis Montag Nacht am gewinnbringensten gestalten kann. Nachdem ortskundige Freunde mir zu Hua Hin geraten hatten, um Zeit zu sparen, brachte eine kurze Internetrecherche ans Licht, dass es ein Hotel gibt, das mich sofort in seinen Bann zog: Let’s Sea Hua Hin Al Fresco Resort.

letussea002Das Hotel am Meer besteht aus zwei gegenüberliegenden Reihen von Bungalows, die von einem künstlichen Kanal getrennt sind. Der Kanal ist der Pool. Nun gibt es es zwei Arten von Zimmer: Die im Erdgeschoss (Pier Studio), die eine Holzterasse haben, auf der man den ganzen Tag verträumt mit einem Glas Wein sitzen kann und von Zeit zu Zeit über die kleine Treppe ins Wasser gleitet. Die Moon Deck Suites hingegen sind im ersten Stock und haben eine Dachterasse.

Das Design ist perfekt und der Service natürlich auch (wer würde hier etwas anderes erwarten). Das Essen und die Weinauswahl passt auch aber ich ziehe dann doch die lokalen Garküchen vor. Ins Zentrum der Stadt sind es 10 Minuten mit dem Taxi für 150 Baht (3 Euro).

Ich sitze einfach nur den ganzen Tag auf meinem Bootssteg, schaue aufs Wasser und twittere von Zeit zu Zeit.

Ach ja: Follow me on Twitter.

Wir kommen seit über fünf Jahren hierher. Irgendwann, nicht lange nach der Eröffnung, hatten wir die Burg Stavenow im Internet entdeckt und kamen für ein Wochenende. Dann für einen zweiwöchigen Sommerurlaub, dann für ein Herbstwochenende, über Weihnachten, Sylvester. Zu jeder Jahreszeit. Inzwischen waren wir mindestens ein dutzend Mal hier.

Was ist die Burg Stavenow? Es hängt kein Schild an der Straße von Karstädt in der Westprignitz, zwischen Hamburg und Berlin, das auf die Burg hinweist. Ein Hotel? Nein – obwohl Zimmer vermietet werden. Eine Ferienanlage? Gott bewahre! Ein Restaurant? Eindeutig nein, obwohl man hier mit Vorbestellung gut essen kann. Was ist es denn? Für mich der perfekte Ort, um in kurzer Zeit in einen tranceähnlichen Zustand der tiefen Entspannung zu geraten.

Das alte Rittergut Stavenow im gleichnamigen 60-Seelendorf war eines dieser heruntergekommenen DDR-Objekte, als sie von Okka de Wall und Alexander Boué Ende der neunziger Jahre entdeckt und gekauft wurde. Im Haupthaus, im alten Stall und in dem Westflügel gibt es kleine und größere Apartments mit ebenso kleiner oder großer Küche. Wie haben alle Apartments durchprobiert und jedes hat seinen eigenen Charme, alle persönlich eingerichtet und voll mit Büchern, die von der Vergangenheit Fräulein de Walls als Buchhändlerin zeugen. Lesestoff muss man hier nicht mitbringen.

Auf dem großen baumbestandenen Grundstück gibt es neben einem Bouleplatz auch einen Badeteich; das Turmzimmer der Burg schmückt seit kurzem ein eleganter Billardtisch mit rotem Tuch. Fast zu jeder Jahreszeit brennt ein Feuer im offenen Kamin; hier lässt es sich nett mit anderen Gästen oder den Burgherren plauschen.

Die Tatsache, dass sich rund um die Burg ein großes und wildreiches Waldgebiet erstreckt; die Möglichkeit, auf kleinen Straßen zur nahe gelegenen Elbe zu radeln, die Abwesenheit von Fernsehern auf den Zimmern (und sehr schlechte Mobilfunkverbindungen), im Sommer die toskanische Veranda, im Winter die gemütlichen Kaminöfen und vor allem das gemächliche Tempo des Burglebens lassen schnell den Alltag vergessen. Am zweiten Tag meiner Ankunft ergreift mich regelmäßig eine große Ruhe und Ausgeglichenheit.

Die Burgherrin kocht auf Wunsch und vielfältig – oft kommen Produkte aus Wald, Wiese und der umgebenden Landwirtschaft auf den Tisch (einschließlich der selbst gezogenen Zicklein); der Weinkeller lässt sich sehen. Frühstück wird ebenfalls nach Bedarf angeboten.

Wer Ruhe sucht, wird in diesem Teil Deutschlands kaum eine besser geeignete Oase finden.

Burg Stavenow
Okka de Wall
D-19357 Stavenow/Prignitz
Tel./Fax: +49-(0)38797-59133

Fotos: Heike Overberg

Nein, dieses Restaurant ist zehn Monate nach seiner Eröffnung kein Geheimtipp mehr, und es gibt vermutlich wenige andere Restaurants in Mecklenburg-Vorpommern für die man, zumindest am Wochenende, besser zwei bis drei Wochen im Voraus reserviert. Das liegt zum einen daran, dass sich Ruf der Alten Schule in Fürstenhagen unter Berliner Feinschmeckern wie ein Waldbránd im trockenen Sommer Mecklenburgs verbreitet hat. Dazu kommt, dass es hier nur 20-30 Plätze gibt (je nachdem, wie eng die Tische gestellt werden).

Nachdem wir im Tip, im Feinschmecker und im Essen+Trinken von der Alten Schule gelesen hatten, konnten wir nicht länger warten und sind mit Freunden auf eine Landpartie gestartet. Meine Liebste und ich sind – als leidenschaftliche Paddler – seit über zehn Jahren eingeschworene Fans der Feldberger Seenlandschaft. Ich wurde kürzlich von ausländischen Freunden gefragt, was die schönsten Landschaften in Deutschland sind. Meine Antwort: Das bayerische Voralpenland, die Rheinebene südlich von Bonn, und die Seenlandschaft in Norden Brandenburgs und im Süden Mecklenburg-Vorpommerns. Entgegen allen Zweiflern bin ich auch fest davon überzeugt, dass das gastronomische Angebot in diesem Bundesland stetig zunimmt – sofort fallen mir „Ich weiß ein Haus am See“ (Krakow – 1 Michelinstern), „Kleines Meer“ (Waren), „Cafe Namenlos“ (Ahrenshoop) und „Haferland“ (Wieck – 1 Michelinstern) ein. Die „Alte Schule“ setzt dem Ganzen ein Sahnehäubchen auf. Wie lange wird der erste Michelin-Stern auf sich warten?

Jetzt aber zum Restaurant selbst. Hier kocht Floran Löffler, der ehemals Küchenchef im legendären Berliner VAU war. Seine Lebensgefährtin Nadine Gala führt mit ruhiger und souveräner Hand den Service, von dem noch zu sprechen ist. Das Konzept ist denkbar einfach: Es gibt genau ein Menü, das täglich wechselt und nach Wahl aus drei oder vier Gängen besteht (die Gerichte können auch einzeln bestellt werden): zwei Vorspeisen zur Wahl, einen Zwischengang, zwei Hauptspeisen zur Wahl, ein Dessert. Nichts weiter – aber das war auch nicht nötig. Wir hatten das himmlische Glück, dieser Speisefolge zu begegnen:

Allerlei von der Wachtel mit karamelisiertem Spargel
oder
Gazpacho mit Aprikose und Flußkrebsen

Weinbergschnecken mit Steinpilzen und Artischocke

Wildbarsch im Stilmusfond mit Rotweinschalotten
oder
Feines vom „Hullerbusch“-Lamm auf Mangold-Paprika Gemüse

Tumbler von Rhabarber, Erdbeere, Minze und Vanille

Was soll ich sagen? Alles war sehr fein und mit frischen Zutaten aus der Region zubereitet, zum Beispiel Lammfleisch vom naheliegenden Schäferhof „Hullerbusch“. Oft erlebe ich es in anderen Restaurants, dass mich die Vorspeise umhaut, und dann mit jedem Gang die Qualität nachlässt. Hier gibt es eine kontinuierliche Steigerung bis zum Hauptgang. Die Gazpacho war herrlich säuerlich-fruchtig, die Wachtel mit wunderbarem Eigengeschmack, der karamelisierte Spargel ein kleines Zwischenhighlight. Die Schnecken harmonierten gut mit dem Artischockenmus und den Steinpilzen, das Lamm war zart und wohlschmeckend. Für mich der Höhepunkt: der Wildbarsch auf der Haut gebraten mit dem kräftigen Stilmuspüree, neben den Rotweinschalotten gab es noch Buchenpilze und eine Kräutersauce, alles bestens abgeschmeckt. Dann am Schluss noch der leckere süßsaüerliche Nachtisch. Eingerahmt wurde alles von einem Maränenfilet auf Graubrot als Amuse Geule und einer Linzer Torte als zweitem Dessert.

Die Weinkarte bietet 6 offene und 23 Flaschenweine: hier findet man die bekanntesten deutschen Winzer, wie Franz Künstler (Rheingau) oder Rudolf Fürst (Franken), eine Reihe anderer deutscher Gewächse sowie, vor allem im Rotweinfach, Burgunder, Bordeaux und einige Österreicher und Italiener. Wir tranken 2005 Monzinger Halenberg Riesling vom Weingut Emrich-Schönleber (Nahe) sowie den 2004 Spätburgunder von Rudolf Fürst. Der Riesling mit spritziger Frische, Zitrusaromen und Frühlingswiese, der im Barrique ausgebaute Spätburgunder mit kräftigen Gewürznoten (Curry? Koriander?) – für mich momentan einer der besten deutsche Rotweine, der allerdings seinen Preis hat.

Der Service in der Alten Schule: locker, unaufdringlich, witzig und gut beratend. Florian Löffler hat genug Zeit, um sich nach dem Essen seinen Gästen zu widmen. Hier macht es Spaß, vier unverkrampfte schöne Stunden mit Freunden zu verbringen, um dann in einem der acht rustikalen Zimmer („Kartenzimmer“, „Klassenzimmer“, etc.) sein Haupt zu betten. Wiederkommen!

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Vor dem Gutshaus Conow in Wittenhagen, gleich in der Nähe, lässt sich vortrefflich Boule spielen.

Das Dreigangmenü kostet um die 40 €, das Viergangmenü um die 50 €. Die Weinpreise sind äußerst fair kalkuliert. Die gemütlichen Doppelzimmer kosten 75 € inklusive dem Langschläferfrühstück (bis 11 Uhr).

Alte Schule Fürstenhagen
Zur Alten Schule 5
17258 Fürstenhagen/
Feldberger Seenlandschaft
Telefon 039831.22023

http://www.hotelalteschule.de/

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag von 18.00- 22.00 Uhr

Eigentlich hasse ich riesige Kettenhotels. An bestimmten Plätzen in der Welt (it’s a jungle out there), möchte man aber dann doch wohlbehütet und gut versorgt sein. Das Bett soll einen nicht mit Rückenschmerzen aus der Nacht entlassen, die Internetverbindung soll ebenso funktionieren wie die sanitären Anlagen; wenigstens einen internationalen Nachrichtenkanal auf dem Fernseher; es soll genügend Steckdosen für den Laptop geben und einen Schreibtisch. Dann soll das Hotel auch noch zentral liegen und alle weiteren Dienstleistungen sind willkommen.

Aufs Foto klicken und ein Video anschauen

Das Marriott Hotel Omar Khayyam (es gibt zwei Marriotts in Kairo) ist angeblich das größte Hotel im Nahen Osten, mit mehr als 1000 Zimmern. Es erfüllt alle genannten Wünsche. Der Service ist perfekt und prompt. Mir hat vor allem das Motto gefallen: „The answer is Yes. What is the question?“ Die Zimmer sind teilweise neu renoviert, sehr geräumig, und es gibt zusätzliche Details, wie zum Beispiel das Bügelbrett und Bügeleisen im Schrank, die Eiswürfelmaschine auf dem Flur und der Balkon, von dem man auf den Nil schaut. Man hat halt weite Wege – bei der Größe des Hotels, und der Pool erinnert am Wochenende mehr an das Prinzenbad in Berlin.

Das Hotel umschließt den historischen Al Gezirah Palast, der 1869 anlässlich der Eröffnung des Suezkanals gebaut wurde und liegt auf einer Insel im Nil. Später sind dann noch zwei Türme hinzugekommen.

Der Preis liegt, je nach Angebot bei ca. 100 USD (ohne Frühstück).

16 Saray El Gezira street, Zamalek P.O. Box 33,
Cairo, 11211 Egypt
Phone:  20 2 272 83000 ext. 8251

Manchmal kann man sich sogar als Geschäftsreisender kleine Träume erfüllen. Diesen Traum träumte ich seit 8 Jahren, als zum ersten Mal nach Bandung, in den Bergen von Zentraljava gelegen, kam. Ich war damals anlässlich eines Workshops für zehn Tage in einem innerstädtischen Hotel untergebracht. Zu meinem Geburtstag hatte ich Freunde in das damalige Chedi Hotel eingeladen, das uns wegen seiner spektakulären Lage empfohlen wurde. Vor fünf Jahren wurde das Hotel von einer anderen Kette übernommen und umbenannt, jetzt heißt es Malya. Das Konzept ist geblieben, dazu später mehr.

Bandung ist eine Stadt mit 3 Millionen Einwohnern, ca. 130 km von Jakarta enfernt. Am Wochenende verdoppelt sich die Einwohnerzahl, da viele Familien aus Jakarta herkommen, um in den vielen Factory Outlet Stores einzukaufen (Bandung ist das Zentrum der indonesischen Textilindustrie – hier produzieren viele der großen und kleinen Modemarken. Das Klima ist durch die Höhenlage (700m) auch sehr angenehm, und Bandung hat für einen Kurzurlaub viel zu bieten.

Man kann mit dem Taxi oder mit dem Bus nach Bandung fahren, aber es gibt eine viel bessere Alternative: In drei Stunden schraubt sich der Zug von Jakarta Gambir durch die Berge hoch, vorbei an Reisfeldern und Dörfern mit den typischen Ziegelgedeckten Häusern. Pünktlich auf die Minute und mit viel Charme. Die Fahrt kostet in der 1. Klasse ca. 7 €.

Das Malya Hotel liegt am Rande von Bandung, an einer tropisch bewaldeten Schlucht. Die Luft ist dick, man spürt nicht die nahe Großstadt. Die Einrichtung ist so, wie man es sich von einem Hotel in Südostasien wünscht: Klare asiatische Formen, Wasser, viel Holz, Natur und einzelne, doch nicht zu viele folkloristische Elemente gemischt mit modernen Designs.

Ein Lächeln für die Empfangschefin verhalf mir zu einem Upgrade zu einem Zimmer mit Balkon. Am nächsten Tag wurde mir noch ein Upgrade in eine Suite angeboten, das ich aber dankend ablehnte. Man freut sich als Reisender, wenn man sein Zimmer gefunden hat. Als die Internetverbindung (gebührenfrei) nicht auf Anhieb funktionierte, wurde mir sofort ein anderes Zimmer angeboten, in dem es klappte. Der Service ist wie in den meisten guten Hotels in Indonesien makellos.

Da das Malya in die Schlucht gebaut ist, kommt man im obersten Stock an und fährt bis zum 5. Stock in umgekehrter Reihenfolge nach unten. Der Pool grenzt direkt an die Schlucht, ohne erhöhte Umrandung und fügt sich mit seinen flaschengrünen Kacheln in die umgebende Natur ein. Wie in jedem besseren Hotel in Südostasien lohnt sich ein Besuch im Spa – ich gönnte mir eine einstündige softe Malya Massage, die alle meine Sinne belebt hat.

Was das Malya ganz besonders macht, ist das Restaurant, das oberhalb der besagten Schlucht liegt – weniger wegen des Essen, sondern wegen seiner spektklären Lage. Man sitzt auf der Veranda und lauscht dem ständigen Konzert von Zikaden und Vögeln, begleitet von einem Gamelan- und Flötenspieler. Romantischer geht es kaum. Sensationell ist das Frühstücksbuffet, vor allem wegen seiner verschiedenen Fruchtmuse und kaltgerührter Marmeladen. Das Restaurant konzentriert sich ansonsten auf europäische/italienische Küche, die nicht gerade spektakulär ist und mit der Gesamtqualität des Hotels in keinster Weise mitkommt. Es gibt auch eine kleinere indonesische Karte, aber auch da bekommt man anderweitig mehr geboten. Der Wein schlägt in der Geldbörse zu Buche: Für eine Flasche australischen Howling Wolves 2005 Semillion Sauvignon Blanc mit einem netten frischen Zitrusaroma, aber wenig Abgang zahlte ich schlappe 45 €. Gibt es in Australien Wölfe?

Der Preis für das Hotel? Schwer zu sagen, da mir das Hotel über eine lokale Reiseagentur vermittelt wurde. Ich zahlte ca. 75 €, Frühstück inklusive. Am Wochenende ist das Malya meist ausgebucht, wegen den bereits erwähnten Jakarta-Touristen, und dann ist es auch teuer. Gute Internetangebote sind für dieses Hotel schwer zu finden.

Die unglaublich friedliche Atmosphäre, die frische Luft, die leise Musik, alles das hat dazu beigetragen, dass mir die Arbeit, die ich zu erledigen hatte, leicht fiel. Hier macht das Nomadensein Spaß – mit der Liebsten wäre es aber ein Urlaub für alle Sinne. Ich komme wieder (und werde ein Wort bei der Direktion einlegen, dass sie ihr Restaurant upgraden).

Fotos: drymartini (copyright granted for non-commercial purposes)

Wenn man schon vier, fünfmal in einer fremden Stadt gewesen ist, erdreistet man sich oft zu glauben, dass man diese Stadt kennt. So ging es mir mit der Megametropole Jakarta. Dabei war ich bisher hauptsächlich die große Magistrale, die Jakarta von Norden nach Süden durchschneidet, mit dem Taxi auf- und abgefahren. Entlang oder in der Nähe dieser Straße befinden sich die großen Hotels und auch die meisten bekannten Clubs, wie zum Beispiel das BATS im Hotel Shangri La, das als einer der angesagten Clubs gilt (und wo es meist gute Lifemusik gibt; Eintritt am Wochenende ca. 7 €, Drink inklusive). Irgendwann war ich einmal in einem abgeranzten Viertel mit zwielichtigen Kneipen und habe mir in einem schmutzigen Pub ein Spiel der Fußball-WM 2006 angeschaut. Brrr…

Jakarta hat viel mehr zu bieten und überrascht immer wieder. Seit ca. drei Jahren ist im südlichen Stadtteil Kemang in Blok M ein Ausgehviertel entstanden, dass sich mit denen anderer asiatischer oder europäischer Großstädte mehr als messen kann. Auf etwa einem Kilometer drängen sich etwa hundert Cafés, Restaurants und Boutiquen. Der besondere Reiz entsteht dadurch, dass jeweils eine Gruppe von Restaurants um eine Art Innenhof gruppiert ist und man sich an seinem Tisch von diesen verschiedenen thematischen Küchen bestellen kann.

Ich fand mich im Dim Sum Festival wieder, in dem sich die Restaurants um eine zentrale Theke in der Art des Kaiten Sushi (Laufband) gruppieren. Ich setzte mich an gesagte Theke und kam mit dem netten Sushi-Chef ins Plauschen. Hier kann man, wie der Name sagt, aus einer Vielzahl von Dim Sum, japanischen Gerichten sowie TexMex-Food und Pizza wählen. Ich aß superfrisches Maguro Sashimi (Thunfisch), das ganz leicht angegart und mit schwarzem Pfeffer überzogen war, weiterhin Unagi Don (japanischer Aal in einer Teriyaki-Sauce), sowie Dim Sung Udang Szechuan Style, d.h. gedämpfte Teigtaschen mit Garnelen in einer scharfen Sauce. Dazu gab es Mineralwasser. Das alles war lecker, authentisch und kostete mich 9 €.

Wenn das Alila Hotel minimalistisch klar in seinem Design ist, frönt das grandkemang Hotel einem fröhlichen Ekklektizismus und präsentiert sich als Lifestyle Hotel (siehe auch ihre Webseite). Moderne Farben und Formen werden hier mit angedeuteten Louis XIV und anderen Stilmixelementen vermischt. Die Poolbar ist sehr stylisch. Vielleicht werde ich bei meinem nächsten Jakartabesuch dem Alila untreu und probiere mal das grandkemang aus. Bis dahin kann ich leider keine Empfehlung abgeben. Der offizielle Preis, den mir der Front Desk für das EZ nannte, liegt bei 70 €, aber es gibt sicherlich noch günstigere Internetangebote.

Foto rechts: Unagi Don von penegrin auf Flickr

Es gibt im Leben eines Vielreisenden eines oder wenige Hotels auf die man sich freut. Man fühlt, als ob man nach Hause kommt. Für mich ist das Alila Hotel in Jakarta ein solches Hotel. Schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt kann ich es kaum abwarten, freundlich von dem Bellman begrüßt zu werden und dann in die coole Lobby des Hotels enzutreten. „Nice to have you back.“ Der Name des Hotels kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Überraschung“.

Das Alila Hotel ist ein ganz spezielles Designhotel, das 2001 im südlichen Teil Jakartas eröffnet wurde. Es gehört zu einer Kette, die zwei Ferienhotels in Bali betreibt.

Es besticht durch perfekten Service, der einem alle Wünsche von den Augen abliest, einem minimalistischen Design mit viel Holz in den Zimmern und dunklem Granit in der Eingangshalle, einem Frühstücksbuffet, das nichts zu wünschen übriglässt (perfektes Bircher Müsli!), einem großen Pool im 6. Stock, mit Blick auf die Stadt, und einem Spa, in dem man bei Aromatherapie und Massage wunderbar entspannen kann. Ich genieße es, in einem der oberen Stockwerke, entweder Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu genießen (je nach Lage des Zimmers).

Das Alila Hotel liegt im chinesischen Viertel. Gegenüber dem Hotel öffnen abends Straßenrestaurants, wo man für wenig Geld Meeresfrüchte und andere Köstlichkeiten genießen kann. Probieren Sie im „Garden“ die Krebse in schwarzer Pfeffersauce (8 €), oder das Bami Goreng (2 €). Dazu ein halber Liter Bintang Bier für € 1,20.

Das Alila hat genau zwei Nachteile: Erstens, es besitzt zwar zwei Restaurants, aber keine Hotelbar. Zweitens, es liegt etwas abseits des Stadtzentrums und der anderen Restaurants, Hotels und Bars. D.h. man ist je nach Verkehr 10-20 Minuten im Taxi unterwegs. Dieser Nachteil wird durch die unschlagbaren Preise wettgemacht. Ich buche normalerweise über Asiarooms, ein thailändisches Internetunternehmen, das 24 Stunden telefonische Betreuung, guten Service und unschlagbare Preise bietet. Diesmal zahlte ich 43 € pro Nacht im King Size Bed, Frühstück inklusive. Wo in der Welt bekommt man ein vergleichbares Angebot?

Fotos: http://www.alilahotels.com/

Nächste Seite »