Den Auftakt des Communitytreffens von Cocktaildreams am vergangenen Samstag in Hattersheim bildete das Bourbontasting. Neun Sorten des amerikanischen Whiskeys standen dabei zur Auswahl. Getestet wurden die Brände in drei Dreierblocks. Dabei wurden Notizen erstellt und Punkte von 1-10 vergeben – 1 für Fusel, 10 für Edelgetränk. Wir möchten hierbei noch betonen, dass keiner der 16 Tasting-Teilnehmer sich auf Bourbon spezialisiert hat. Die Zahlen und Bewertungen entstanden daher von Laien und können durchaus von anderen Whiskey-Tastings abweichen. Das ist auch der Grund, warum dieses Jahr der Bourbon auserwählt wurde. Im Hobbybereich wird dieser Spirituose kaum Beachtung gezeigt, obwohl er bei Bartendern wegen seiner Mixability sehr beliebt ist. Um die Vielfalt und die Unterschiede genauer kennen zu lernen, fiel die Wahl auf den Kornbrand aus den Staaten. Die Bewertung fiel folgendermaßen aus:

Die überall erhältlichen Sorten Four Roses, Jim Beam White Label sowie Jim Beam Black Label bildeten das Schlussfeld des Blindtastings. Alle diese Brände haben kaum spürbares Aroma, sind alkoholisch scharf und besitzen einen kaum spürbaren Abgang. Ein Drink der vom Aroma eines Whiskeys abhängig ist, wie zum Beispiel ein Old Fashioned, wird mit einem dieser Whiskeys hemmungslos untergehen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es keinen Sinn macht, sich einen dieser Bourbons zuzulegen.

Auch die Produkte aus dem Hause Wild Turkey wurden nicht sehr hoch bewertet. Die achtjährigeVersion Wild Turkey Rare Breed ist zwar ein reifer, runder Whiskey, unterscheidet sich von seinen acht Konkurrenten aber durch einen sehr starken torfig-erdingen Geschmack wie man ihn eher bei einem Scotch erwarten könnte. Vielleicht ein Grund, weshalb das teurere Produkt einen hinteren Platz eingenommen hat. Der normale Wild Turkey schnitt ein wenig besser ab. Die Aromen und Geschmäcker waren insgesamt runder und harmonierten somit besser miteinander. Diese beiden Brände haben einen leichten Abgang mit Eichenaroma. Hier gab es die Minoritätsmeinung des ehrwürdigen Drymartini-Bloggers – immerhin der älteste der Verkoster, für den der Wild Turkey Rare Breed mit seinem auch an Calvados erinnernden Aroma an der Spitze der Auswahl lag.

Gleichauf und im oberen Feld befinden sich Makers Mark sowie Woodford Reserve. Zwei solide Mixbourbons, die ihren Preis wert sind. Geruch von Toffee und Caramel, gut balancierte Holznoten und kein Brennen im Abgang machen diese Whiskeys eine Anschaffung wert.

Der teuerste Bourbon und der von den meisten Teilnehmern als Favoriten auserwählte war Blanton Cask Strange (Edition Süddeutsche Zeitung). Leicht süß mit Honig- und Caramelaromen setzte sich die Sonderauflage durch. Sehr mundfüllend im Geschmack aber dennoch erstaunlich sanft, kann dieser teure Bourbon auf ganzer Linie überzeugen. Ein absolute Kaufempfehlung für den puren Genuss.

Sieger, nach glatten sieben von zehn Punkten, ist allerdings der 12-jährige I.W. Harper. Wie der Blanton ist auch er sehr zart, gut balanciert mit Spuren von Vanille und Caramel. Das machte Ihn schlussendlich zum Mix- und Trinkbourbon des Cocktailforums und konnte in einem vom Drymartini gemixten Whsykey Sour absolut überzeugen.

Bleibt zu bemerken, dass die Auswahl der verkosteten Whiskeys nur einen Auftakt bildet. Wer mehr erfahren will, kann zum Beispiel in der Switch-Bar in Hattersheim oder im Paolos Frankfurt weitaus exotischere und in Deutschland selten ausgeschenkte Bourbons und Ryes probieren, z.B. den wunderbaren Eagle Rare. Kürzlich von Drymartini mit viel Spaß verkostet: Booker’s Bourbon mit 62 Vol%.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit von Cocktailwelt (Federführung ) und Drymartini (Mitarbeit & Erweiterung).

Punkte:
4,06 – Four Roses
4,13 – Jim Beam White Label
4,38 Wild Turkey Rare Bread
4,94 – Jim Beam Black Lable
4,94 – Wild Turkey 8
5,88 – Makers Mark
5,88 – Woodford Reserve
6,50 – Blantons (SZ-Edition)
7,00 – I.W. Harper 12