Es ist ziemlich spannend, was sich momentan im Ginfach abspielt. Der simple Trinker kannte noch vor zwei, drei Jahren nur Gordon’s, vielleicht Tanqueray, dann auch Bombay Sapphire und schließlich die Billigdrinks, die man höchstens in der Neuköllner Eckkneipe anfasste. Plötzlich tauchen unterschiedlichste Marken auf; von vielen ist hier schon berichtet worden. Dabei geht die Entwicklung in zwei unterschiedliche Richtungen: Gin, der eigentlich kein Gin ist, z.B. G-Vine (um neue Kundengruppen anzulocken), und dann andere Gins, die sich der Uridee des Gins verschrieben haben und die Wacholderbeere nicht verleugnen.

Ich gebe es zu: ich bin mehr als begeistert von dem östereichischem Blue Gin, destilliert von Hans Reisetbauer, genauer gesagt: ich bin euphorisch. Sorry, Vodkatrinker, not meant for you. Noch nie habe ich einen Gin getrunken, der sich so klar zu seinen Wurzeln, der Genévrier, bekennt. Dieser Gin eckt an, kratzt, und ist doch so fantastisch ausgewogen – und hat große Chancen, meinen besten Freund, Bombay Sapphire, zu beerben. Im Gin Tonic bietet er solche intensiven Geschmackserlebnisse, dass man an andere Brands nicht mehr interessiert ist. Diese Qualität hat ihren Preis, so kommt der Blue Gin auf ca. € 30 für 0,7l.

...viel Wacholder in der Nase mit Anklängen von Lemonen und Orangen. „27 Gewürze aus 14 Ländern sind drin“, sagt Reisetbauer, „an der richtigen Mischung haben wir ein Jahr gearbeitet.“  (von http://www.wasistlos.at/wasistlos/436006?PHPSESSID=)

Danke, Hans Reisetbauer.

Foto: Winetimes