Wenn man schon vier, fünfmal in einer fremden Stadt gewesen ist, erdreistet man sich oft zu glauben, dass man diese Stadt kennt. So ging es mir mit der Megametropole Jakarta. Dabei war ich bisher hauptsächlich die große Magistrale, die Jakarta von Norden nach Süden durchschneidet, mit dem Taxi auf- und abgefahren. Entlang oder in der Nähe dieser Straße befinden sich die großen Hotels und auch die meisten bekannten Clubs, wie zum Beispiel das BATS im Hotel Shangri La, das als einer der angesagten Clubs gilt (und wo es meist gute Lifemusik gibt; Eintritt am Wochenende ca. 7 €, Drink inklusive). Irgendwann war ich einmal in einem abgeranzten Viertel mit zwielichtigen Kneipen und habe mir in einem schmutzigen Pub ein Spiel der Fußball-WM 2006 angeschaut. Brrr…

Jakarta hat viel mehr zu bieten und überrascht immer wieder. Seit ca. drei Jahren ist im südlichen Stadtteil Kemang in Blok M ein Ausgehviertel entstanden, dass sich mit denen anderer asiatischer oder europäischer Großstädte mehr als messen kann. Auf etwa einem Kilometer drängen sich etwa hundert Cafés, Restaurants und Boutiquen. Der besondere Reiz entsteht dadurch, dass jeweils eine Gruppe von Restaurants um eine Art Innenhof gruppiert ist und man sich an seinem Tisch von diesen verschiedenen thematischen Küchen bestellen kann.

Ich fand mich im Dim Sum Festival wieder, in dem sich die Restaurants um eine zentrale Theke in der Art des Kaiten Sushi (Laufband) gruppieren. Ich setzte mich an gesagte Theke und kam mit dem netten Sushi-Chef ins Plauschen. Hier kann man, wie der Name sagt, aus einer Vielzahl von Dim Sum, japanischen Gerichten sowie TexMex-Food und Pizza wählen. Ich aß superfrisches Maguro Sashimi (Thunfisch), das ganz leicht angegart und mit schwarzem Pfeffer überzogen war, weiterhin Unagi Don (japanischer Aal in einer Teriyaki-Sauce), sowie Dim Sung Udang Szechuan Style, d.h. gedämpfte Teigtaschen mit Garnelen in einer scharfen Sauce. Dazu gab es Mineralwasser. Das alles war lecker, authentisch und kostete mich 9 €.

Wenn das Alila Hotel minimalistisch klar in seinem Design ist, frönt das grandkemang Hotel einem fröhlichen Ekklektizismus und präsentiert sich als Lifestyle Hotel (siehe auch ihre Webseite). Moderne Farben und Formen werden hier mit angedeuteten Louis XIV und anderen Stilmixelementen vermischt. Die Poolbar ist sehr stylisch. Vielleicht werde ich bei meinem nächsten Jakartabesuch dem Alila untreu und probiere mal das grandkemang aus. Bis dahin kann ich leider keine Empfehlung abgeben. Der offizielle Preis, den mir der Front Desk für das EZ nannte, liegt bei 70 €, aber es gibt sicherlich noch günstigere Internetangebote.

Foto rechts: Unagi Don von penegrin auf Flickr