Ja ich weiß es selbst – seit fast zwei Monaten habe ich keinen Blogpost mehr geschrieben. Mir fehlte einfach die Motivation und vor allem die Zeit. Zu viel Arbeit.
In den letzten zwei Wochen war ich auf beruflichem Trip durch Amerikas Osten. Ohio-Conneticut-Massachussetts-Washingto D.C.-Georgia. Fünf Hotels in 14 Tagen, drei Inlandsflüge, Mietwagen. Das Beste aber war die Fahrt im Amtrakzug von Boston nach Washington D.C., durch New York, Philadelphia and Baltimore. In die Fjordlandschaft Conneticuts habe ich mich spontan verliebt.
Kulinarisch gibt es nicht viel zu berichten, da ich meist mit schlechtem Konferenzessen versorgt war. Also in Kurzform die Dinge, die wirklich berichtenswert waren (eigentlich nur drei, neben dem Hummer, den ich in meinem kleinen Hotelrestaurant in Boston für $ 22 gegessen habe):
Restaurant Mio in Washington D.C.: Hier kocht zur Freude der Hauptstädter Stefano Frigerio, der ehmalige Chefkoch des Ritz-Carltons, der zwischendrin versucht hatte, sich in Baltimore selbständig zu machen, dann erfolgreich für diese Institution angeworben wurde. In schlichter, ungezwungener Atmosphäre stimmern Cocktails, Weine, das modern interpretierte italienische Essen und dann auch die Preise (der gegenwärtige Dollarkurs macht das Genießen sowiese noch süßer). Ich aß als Vorspeise kleine Tintenfische in einer scharfen Sauce und dann Wachtel auf Basilikumrisotto mt Steinpilzen.
Ich liebe ja seitdem ich in Oregon war die Pinot Noirs aus Amerikas Nordwesten. Spannend fand ich daher den Roten von Wein by Joe, ein leicht zu drinkender Pinot Noir, der mit einem frechen Ettikett daher kommt.
Ein Ort, um gute Südstaateküche in Atlanta in lockerer Atmosphäre zu genießen, ist JCT Kitchen & Bar, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Die Austern sind superfrisch, das Fleisch genau auf den Punkt zubereitet und die Pommes waren mit die besten, die ich seit langem gegessen habe (auch hier gibt es übrigens Wein von Joe).
Mio
1110 Vermont Avenue, NW
Washington DC, 20005
Phone: 202-955-0075
JCT Kitchen & Bar
In Atlanta’s Westside Urban Market
1198 Howell Mill Road, Suite 18
Atlanta, GA 30318
Phone: (404) 355-2252
Es gibt wenig Plätze auf der Erde (außer zuhause – Berlin), auf die ich mich immer wieder die Vorfreude packt und schüttelt. Kapstadt steht einsam an der Spitze meiner Liste. Alleine schon die Fahrt vom Flughafen in die City lässt mein Herz höher schlagen – der erste Blick auf Devil’s Peak und den Tafel Berg, dann öffnet sich der Blick zum Hafen und zur Waterfront, und schon ist man im Herzen eines der schönsten Flecken dieser Erde.
Natürlich müssen es Austern sein (€ 0,60 das Stück), am besten die aus Namibia – es gibt kaum bessere auf dieser Welt. Dazu ein Seafood-Salat mit einer Tomatenvinaigrette (€ 6). Und natürlich ein Sauvignon Blanc, zum Beispiel von
Ándalus Petit Verdot 2003. Die Weine des Principe Alfonso de Hohenlohe, einem Anghörigen eines eintausend Jahre alten
Graciano gehört zu den seltensten Rebsorten in der Rioja. Ijalba ist im Besitz der größten Graciano-Rebfläche, in der nach traditioneller Weise angebaut wird: eine geringe Rebstockdichte (3500 pro ha) ergibt einen Ertrag von 4000 kg pro ha. (aus dem Katalog des Rioja-Weinladens).
Aus der gleichen Kellerei kommt der Dionisos Ruiz Ijalba 2003, der sortenrein aus der Maturana-Rebe hergestellt wird, die fast ausgestorben ist. Weltweit existiert – immerhin oder gerade mal – eine Rebfläche von 2 ha. Ein leichter, wunderbar ausgewogener Wein mit dem Aroma von Johannesbeeren und Himbeeren, etwas Muskatnuss, der nach allem, nur nicht nach Rioja schmeckt. Wenn er nicht € 16,50 kosten würde, könnte man ihn jeden Tag trinken.
Und zum Schluss der Knaller. Zu seinem 25-jährigen Bestehen hat sich der Rioja-Weinladens eine Spezialabfüllung der Navarra-Kellerei Malumbres. Selección del Presidente 2002 ist eine Cuvee aus je 40% Granacha und Tempranillo, 15% Cabernet Sauvignon und 5% Merlot, die 24 Monate im Barrique gelagert wird. Man muss diesem Wein viel Zeit geben, da direkt nach dem Entkorken der Fassgeschmack zu sehr hervorsticht. Nach dem Dekantieren oder ein paar Stunden nach dem Öffnen der Flasche kann hiervon keine Rede mehr sein – schwere und runde Aromen aus dunklen Beeren, viel Leder und Bitterschokolade machen aus dem Malumbres einen fulminanten Wein, der seine € 23 wert ist.
Der Name Cuatro Pasos, auf Deutsch die vier Pfoten, stammt von der Entdeckung von vier Bärenpfoten in einer der höchsten Weinlagen, wovon die Trauben für diesen Wein stammen. Es gibt insgesamt vier Weinlagen Otero, Hornija, Corullón und Valtuille mit unterschiedlichen Bodeneigenschaften, wo die Trauben gelesen werden. Der Wein wird 12 Monate in Holzfässern von vier verschiedenen Holzarten ausgebaut, welche diesen unverwechselbaren Geschmack stark beeinflussen. Volle Frucht und ausgeprägte Tannine vermählen sich in diesem Rotwein zu einem opulent-feinnervigen Vergnügen! Ein besonderes Genusserlebnis!
Die Klimakatastrophe hat ja manchmal ihr Gutes. Hier sind zwei Argumente: erstens wird in tropischen Ländern am Einsatz von Klimaanlagen gespart und man entgeht dadurch immer häufiger dem drohenden Kältetod. Zweitens wird plötzlich in Ländern guter Wein produziert, die sich vorher allenfalls durch den Anbau von Braugerste auzeichneten.
Die Weißweinsaison 2007 neigt sich endgültig ihrem Ende zu. Jetzt werden die schweren Rotweine aus dem Regal geholt, dazu ein schönes Herbstessen, wie z.B.
Die oben zitierte Anregung fand ich auf einer Flasche 1998 Dynasty Dry Red. Was für ein wunderbares Kontrastprogramm zu US-amerikanischen Alkoholwarnungen.
2001 Moutai Cru Bourgeois (!) für ca. € 3 war in 30 Sekunden erledigt. Einen so stechenden Korkgeruch, dazu noch so starke Azetontöne findet man selten. Schnell in den Ausguss.
Ein letzter Versuch. Vielleicht lag es ja im Supermarkt – in Deutschland kaufe ich auch auch nicht dort. Das Restaurant meines Hotels scheint die Flaschen vernünftig zu lagern. Zum chinesischen Abendessen (scharfes Rindfleisch mit vielen grünen Chilischoten, gebratener Tofu mit Frühlingszwiebeln) bestelle ich
Wenn man nur einen kurzen Zwischenstopp in einer Stadt einlegt, ist man froh, wenn einheimische Freunde den Weg bereiten. Wir trafen uns zu viert im Restaurant 
Die 2. Weinrallye war eine gute Gelegenheit, neue (Wein-)Bekannte zu machen und alte Beziehungen zu vertiefen. Nach intensiven Nachdenken entschloss ich mich in meiner nähesten Umgebung zu forschen: Weine aus den Schöneberger Weinhandlungen. Ich glaube, es gibt keinen Platz auf der ganzen Welt mit einer solchen Dichte an Weinläden. Im Kiez zwischen Kleist- und Bülowstraße im Norden, der Potsdamer Str. im Osten, der Hauptstr. im Südosten und der Martin-Luther-Str. im Westen mit der Magistrale Goltz-/Akazienstraße, also auf ca. 3 qkm, zähle ich mehr als 20 Geschäfte, die überwiegend oder ausschließlich Wein verkaufen. Ich kaufe grundsätzlich in allen diesen Läden, nach Lust und Laune, weil jedes dieser Geschäfte ein anderes Spektrum anbietet. Für die 2. Weinrallye fiel meine Wahl auf neun Weine: vier italienische, zwei australische und drei deutsche Gewächse.
Das Feld lag zwischen zwischen DI: 25 für „T“ aus der Cantina Tramin und DI: 40 für den Sieger. Am meisten überzeugt hat mich der Wein, den ich als letztes probierte: Gleisweiler Hölle 2004 Riesling Spätlese von
Der

Meinen Reigen mit Restaurantempfehlungen für Bratislava beginne ich mit meinem momentanen Lieblingsrestaurant, dem
Die kleinen Überraschungen sind es, die das Leben kolorieren. Ich war auf dem Weg vom Flughafen Wien-Schwechat nach Bratislava. An einem – endlich – schönen, warmen Sommerabend war mir nach leichtem Weißwein. Ich wusste, es würde zu spät sein, um nach meiner Ankunft noch eine Flasche zu ergattern, und ich wusste auch, dass ich in meiner Stadtwohnung in Bratislava nur Rotwein gebunkert hatte. Also hieß ich meinen Taxifahrer an einer Tankstelle in Hainburg, kurz vor der Grenze zu halten. Wer kauft schon Wein an Tankstellen? In Berlin würde ich nicht einmal einen Gedanken daran verschwenden.
Eine große Überraschung war der
Jetzt aber zum Restaurant selbst. Hier kocht Floran Löffler, der ehemals Küchenchef im legendären Berliner
Erinnern Sie sich noch an das Gefühl von Zuckerwatte? Ich meine nicht die Süße, sondern die Art, wie der Mund sich anfühlt – „gefüllt“ ist eine annähernde Beschreibung. Ein ähnliches Gefühl habe ich bei dem Genuss vieler australischer Rotweine. Ich meine das nicht unbedingt negativ, manchmal mag man das ja. Ein typischer Wein dieser Richtung ist der
Manchmal kann man sich sogar als Geschäftsreisender kleine Träume erfüllen. Diesen Traum träumte ich seit 8 Jahren, als zum ersten Mal nach Bandung, in den Bergen von Zentraljava gelegen, kam. Ich war damals anlässlich eines Workshops für zehn Tage in einem innerstädtischen Hotel untergebracht. Zu meinem Geburtstag hatte ich Freunde in das damalige Chedi Hotel eingeladen, das uns wegen seiner spektakulären Lage empfohlen wurde. Vor fünf Jahren wurde das Hotel von einer anderen Kette übernommen und umbenannt, jetzt heißt es Malya. Das Konzept ist geblieben, dazu später mehr.
Man kann mit dem Taxi oder mit dem Bus nach Bandung fahren, aber es gibt eine viel bessere Alternative: In drei Stunden schraubt sich der Zug von Jakarta Gambir durch die Berge hoch, vorbei an Reisfeldern und Dörfern mit den typischen Ziegelgedeckten Häusern. Pünktlich auf die Minute und mit viel Charme. Die Fahrt kostet in der 1. Klasse ca. 7 €.
Ein Lächeln für die Empfangschefin verhalf mir zu einem Upgrade zu einem Zimmer mit Balkon. Am nächsten Tag wurde mir noch ein Upgrade in eine Suite angeboten, das ich aber dankend ablehnte. Man freut sich als Reisender, wenn man sein Zimmer gefunden hat. Als die Internetverbindung (gebührenfrei) nicht auf Anhieb funktionierte, wurde mir sofort ein anderes Zimmer angeboten, in dem es klappte. Der Service ist wie in den meisten guten Hotels in Indonesien makellos.
sondern wegen seiner spektklären Lage. Man sitzt auf der Veranda und lauscht dem ständigen Konzert von Zikaden und Vögeln, begleitet von einem Gamelan- und Flötenspieler. Romantischer geht es kaum. Sensationell ist das Frühstücksbuffet, vor allem wegen seiner verschiedenen Fruchtmuse und kaltgerührter Marmeladen. Das Restaurant konzentriert sich ansonsten auf europäische/italienische Küche, die nicht gerade spektakulär ist und mit der Gesamtqualität des Hotels in keinster Weise mitkommt. Es gibt auch eine kleinere indonesische Karte, aber auch da bekommt man anderweitig mehr geboten. Der Wein schlägt in der Geldbörse zu Buche: Für eine Flasche australischen Howling Wolves 2005 Semillion Sauvignon Blanc mit einem netten frischen Zitrusaroma, aber wenig Abgang zahlte ich schlappe 45 €. Gibt es in Australien Wölfe?