letussea001Hua Hin ist nicht gerade ein Ort, der mit magischer Schönheit anlockt. Eher eine verbaute Thaikleinstadt, die den Vorteil hat, dass sie nur 2 1/2 Autostunden vom Zentrum Bangkoks entfernt. Also das richtige für einen Kurzurlaub für gestresste Großstädter oder Businessreisende, die vor dem Heimflug noch zwei wertvolle Tage haben.

Diese Tage sind gut vorbereitet worden. Schon Wochen vorher hatte ich mich gefragt, wie ich die Zeit von Samstag Nachmittag bis Montag Nacht am gewinnbringensten gestalten kann. Nachdem ortskundige Freunde mir zu Hua Hin geraten hatten, um Zeit zu sparen, brachte eine kurze Internetrecherche ans Licht, dass es ein Hotel gibt, das mich sofort in seinen Bann zog: Let’s Sea Hua Hin Al Fresco Resort.

letussea002Das Hotel am Meer besteht aus zwei gegenüberliegenden Reihen von Bungalows, die von einem künstlichen Kanal getrennt sind. Der Kanal ist der Pool. Nun gibt es es zwei Arten von Zimmer: Die im Erdgeschoss (Pier Studio), die eine Holzterasse haben, auf der man den ganzen Tag verträumt mit einem Glas Wein sitzen kann und von Zeit zu Zeit über die kleine Treppe ins Wasser gleitet. Die Moon Deck Suites hingegen sind im ersten Stock und haben eine Dachterasse.

Das Design ist perfekt und der Service natürlich auch (wer würde hier etwas anderes erwarten). Das Essen und die Weinauswahl passt auch aber ich ziehe dann doch die lokalen Garküchen vor. Ins Zentrum der Stadt sind es 10 Minuten mit dem Taxi für 150 Baht (3 Euro).

Ich sitze einfach nur den ganzen Tag auf meinem Bootssteg, schaue aufs Wasser und twittere von Zeit zu Zeit.

Ach ja: Follow me on Twitter.

Mit Wehmut habe ich gerade zum ersten Mal seit Monaten auf den Drymartini-Blog geschaut. Vielleicht sollt ich doch wieder anfangen, hier zu bloggen? (Ich habe so viele andere Baustellen). Ich werde es in Betracht ziehen. Habt Geduld.

Grüße aus einem Hotel outside of Cairo

Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Schmankerl für den Vielgereisten. Am Rande von Atlanta gibt es eine dieser Malls, die sich überall auf der Welt gleichen: Perimeter Mall an der U-Bahn Station Dunwoody. Dort findet man Maggiano’s Little Italy, dessen Nudelgerichte schon fast eine Reise aus der Innenstadt wert sind. Bei Maggiano’s handelt es sich um eine Restaurantkette, die fast in jedem Bundesstaat ein Outlet hat. Hummerravioli in einer cremigen Hummersauce für $ 16 waren sehr lecker, dazu ein frischer Gartensalat. Zu mehr hat mein Hunger nicht gereicht.

Eine wirkliche Überraschung war St. Michelle Riesling aus dem Columbia Valley im Staat Washington. Normalerweise glaube ich nicht daran, dass es außerhalb von Deutschland gute Rieslings gibt, vom Elsass und anderen angrenzenden Regionen mal abgesehen. Der St. Michelle (von dem der Kellner glaubte, dass er aus Frankreich kommt) hat den sortentypischen Honigton, eine gut eingebundene Säure und schmeckt nach Aprikosen. Ich befürchte, man bekommt ihn nicht in Deutschland.

Maggiano’s Little Italy
4400 Ashford Dunwoody Rd., 
Space #3035
Atlanta, GA, 30346-1513
Phone: 770-804-3313

Ja ich weiß es selbst – seit fast zwei Monaten habe ich keinen Blogpost mehr geschrieben. Mir fehlte einfach die Motivation und vor allem die Zeit. Zu viel Arbeit.

In den letzten zwei Wochen war ich auf beruflichem Trip durch Amerikas Osten. Ohio-Conneticut-Massachussetts-Washingto D.C.-Georgia. Fünf Hotels in 14 Tagen, drei Inlandsflüge, Mietwagen. Das Beste aber war die Fahrt im Amtrakzug von Boston nach Washington D.C., durch New York, Philadelphia and Baltimore. In die Fjordlandschaft Conneticuts habe ich mich spontan verliebt.

Kulinarisch gibt es nicht viel zu berichten, da ich meist mit schlechtem Konferenzessen versorgt war. Also in Kurzform die Dinge, die wirklich berichtenswert waren (eigentlich nur drei, neben dem Hummer, den ich in meinem kleinen Hotelrestaurant in Boston für $ 22 gegessen habe):

Restaurant Mio in Washington D.C.: Hier kocht zur Freude der Hauptstädter Stefano Frigerio, der ehmalige Chefkoch des Ritz-Carltons, der zwischendrin versucht hatte, sich in Baltimore selbständig zu machen, dann erfolgreich für diese Institution angeworben wurde. In schlichter, ungezwungener Atmosphäre stimmern Cocktails, Weine, das modern interpretierte italienische Essen und dann auch die Preise (der gegenwärtige Dollarkurs macht das Genießen sowiese noch süßer). Ich aß als Vorspeise kleine Tintenfische in einer scharfen Sauce und dann Wachtel auf Basilikumrisotto mt Steinpilzen.

Ich liebe ja seitdem ich in Oregon war die Pinot Noirs aus Amerikas Nordwesten.  Spannend fand ich daher den Roten von Wein by Joe, ein leicht zu drinkender Pinot Noir, der mit einem frechen Ettikett daher kommt.

Ein Ort, um gute Südstaateküche in Atlanta in lockerer Atmosphäre zu genießen, ist JCT Kitchen & Bar, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Die Austern sind superfrisch, das Fleisch genau auf den Punkt zubereitet und die Pommes waren mit die besten, die ich seit langem gegessen habe (auch hier gibt es übrigens Wein von Joe).

Mio
1110 Vermont Avenue, NW
Washington DC, 20005
Phone: 202-955-0075

JCT Kitchen & Bar
In Atlanta’s Westside Urban Market
1198 Howell Mill Road, Suite 18
Atlanta, GA 30318
Phone: (404) 355-2252 

Auf Weintour im Kap: Villiera ist ein größeres aber nicht so bekanntes Weingut auf der Strecke von Kapstadt nach Stellenbosch. Nachdem wir am Morgen noch bei Signal Hill vorbeigeschaut hatten - die einzige städtische Kellerei Südafrikas, die aber leider ihr Kontor in Kapstadt schließt – hatte mein südafrikanischer Freund mich zu Villiera gebracht.

Wir haben die meisten Weine dieser Kellerei ausprobiert. Villiera produziert im niedrigeren bis mittleren Preissegment – außer einem in Frankreich produzierten Wein liegen alle o,75l Flaschen unter R100, d.h. unter € 10, und der einfache Tafelwein fängt schon bei € 2,50 an. Die Qualität, die Villiera für diesen Preis bietet, ist unschlagbar.

Sowohl im Perl-, Weiß- als auch im Rotweinsegment habe ich zwar nicht tiefgehende, aber gute (”anständige”) Weine gefunden. Hervorzuheben für mich der Monro Brut, ein moderner Champagner aus gleichen Anteilen von Chardonnay unf Pinot Noir. Feine Perle, eine schöne Nase von Mirabellen, der Down To Earth White, aus Sauvignon Blanc 51%,
Chenin Blanc 29% und Semillon 20% (R25!) ein typischer Neuweltsommerwein, passend zum schönen Wetter, sowie der M’Hudi Pinotage, den ich schon auf dem Flug in der Business-Class von South African Airlines genießen konnte.

M’Hudi ist eine extra Produktlinie von Villiera (mit eigener Webseite) und ist ein Black Empowerment Projekt der Kellerei. In 2001 hatten Malmsey and Diale (Oupa) Rangaka aus Johannesburg den Traum, aufs Land zu ziehen und Wein zu produzieren. Beide Akademiker ohne Kenntnisse der Winzerei, haben sie es mit der Unterstützung der Familie Grier geschafft, in die Spitze der südafrikanischen Weinproduktion zu gelangen. Sie kellern jetzt die ganze Bandbreite der lokalen Reben, aber der Pinotage, ist eine absolute Wucht – er überzeugt mit nachhaltigen Burgunderaromen wie Leder und Schokolade ohne soßig zu wirken.

The name M’hudi is derived from the Setswana word, “Mohudi” meaning “Harvester”. It is also the name given to a heroine of a great African story. In the story M’hudi flees her war-ravaged village in seach of a new beginning. M’hudi’s story is one of courage, determination against seemingly impossible odds and the relentless pursuit of one’s dreams and wishes.

Villiera exportiert alle Weine nach Deutschland über H.M. Witt in Bremen. Leider auf der Webseite noch nicht verzeichnet. Der M’Hudi ist auch über Capewineland zu beziehen, zum unschlagbaren Preis von € 9,90.

Villiera
phone:
+27 (0)21 8652002/3
fax: +27 (0)21 8652314
postal: PO Box 66, Koelenhof, 7605, South Africa
email: wine@villiera.com
web: www.villiera.com

H.M. Witt GmbH
Weinimport
Julius-Faucher-Str. 32
28307 Bremen
Tel. 0421 – 25 36 41
http://www.witt-bremen.de/

Foto 2: M’hudi

Es gibt wenig Plätze auf der Erde (außer zuhause – Berlin), auf die ich mich immer wieder die Vorfreude packt und schüttelt. Kapstadt steht einsam an der Spitze meiner Liste. Alleine schon die Fahrt vom Flughafen in die City lässt mein Herz höher schlagen – der erste Blick auf Devil’s Peak und den Tafel Berg, dann öffnet sich der Blick zum Hafen und zur Waterfront, und schon ist man im Herzen eines der schönsten Flecken dieser Erde.

Bei meinem fünften Besuch in Kapstadt habe ich mir ein Fahrrad geliehen. Mein Hotel in Seapoint ist ein hervorragender Ausgangspunkt für kleine Tagestouren, wenn dann am späten Nachmittag das Business ein Ende hat. Wie ein Magnet zieht mich Camps Bay an, 5 km von Sea Point und 10 m vom Stadtzentrum entfernt. Hier kann, wenn der Wettergott gnädig ist nichts anderes als glücklich sein. Blind irgendein Restaurant auswählen, Seafood und Wein bestellen und jeden Moment genießen.

Natürlich müssen es Austern sein (€ 0,60 das Stück), am besten die aus Namibia – es gibt kaum bessere auf dieser Welt. Dazu ein Seafood-Salat mit einer Tomatenvinaigrette (€ 6). Und natürlich ein Sauvignon Blanc, zum Beispiel von Zevenwacht – gib mir die Stachelbeere (€ 12 die Flasche). Das alles im Ocean Blue – oder irgendwo sonst - aber hier stimmt der Service und der Preis.

Die Götter meinen es gut mit mir!

Ocean Blue
Camps Bay
Tel. 438 9838

Heute ist ein glücklicher Tag. In meiner nächsten Umgebung – der geliebten Akazienstraße – hat ein neues Restaurant aufgemacht und damit meine Auswahl für ein günstiges und schnelles Lunch vergrößert. Die Freude ist groß – das Choice ist ein kleines vietnamesisches Imbissrestaurant mit Schwerpunkt auf Nudelsuppen. Meine große Leidenschaft für die Pho – vietnamesische Nudelsuppe - habe ich in diesem Blog bereits beschrieben.

Vermutlich gibt es westlich von Hanoi keine Stadt, die so viele vietnamesische Restaurants aufweist wie Berlin, im Schnitt von besserer Qualität und authentischer als chinesische Lokale. Monsieur Vuong in Mitte und Mr. Hai & Friends in Charlottenburg sind über die Grenzen der Stadt bekannt.

Choice hat – wie Monsieur Vong – eine kleine Speisekarte, und eine Tageskarte mit fünf Gerichten, alle zwischen € 5-7. Es gibt die Pho in verschiedenen Varianten, andere Nudelsuppen sowie einige Curries. Ich aß von der Tageskarte: Banh Da – Rote Nudelsuppe mit Rindfleisch, Sojakeimen, Koriander, Basilikum, Zimt, Sternanis und Ingwer. Dazu Tra Nhai: Jasmin-Tee mit Lotuskernen, Limettensaft und Honig. Lecker, frisch, so wie es sein muss - und ohne Glutamat. Ich komme wieder.

Choice
Vietnamese Food
Akazienstr. 9
10823 Berlin
Tel. 030-78 00 63 43

Öffnungszeiten: tgl. 11.30-23.30

Kürzlich hatte ich einmal wieder die Gelegenheit, einige mir nicht bekannte Rotweine aus Spanien im mittleren Preissegment zu verkosten. Darunter waren einige Preziosen, die durch ihre Art aus dem großen See von Massengeschmacksweinen hervorstechen.

Ándalus Petit Verdot 2003. Die Weine des Principe Alfonso de Hohenlohe, einem Anghörigen eines eintausend Jahre alten fränkischen Adelsgeschlechts, waren mir schon früher aufgefallen. Der Prinz produziert in Andalusien. Neben dem Sherry sind andalusische Weine ja in Deutschland nicht gerade sehr bekannt, obwohl sie den momentan sehr hochfavorisierten süditalienischen Weinen mehr als Paroli geben können. Der Ándalus Petit Verdot ist verdammt gut, aber er ist ungewöhnlich, da diese Rebe sonst nie in reiner Form ausgebaut wird, sondern in Cuvées gemischt wird:

Petit Verdot (dt. ‘kleiner Grünling’) ist eine sehr spätreifende Rebsorte. Ihr tanninreicher und säurehaltiger Wein wird in manchen Ortschaften des Bordeaux, v. a. in Margaux, in kleinen Teilen der Cuvée hinzugefügt, um dem Wein mehr Stärke und Langlebigkeit zu geben. Ansonsten wird die Rebe vor allem im heißen Südaustralien (z.B. Barossa Valley und Umgebung) angebaut, wo auch sehr kräftige, farbintensive und robuste, manchmal große Rebsortenweine aus ihr gekeltert werden. Kleine Anpflanzungen sind auch in Chile, Südafrika, Kalifornien, Neuseeland, Argentinien und der Schweiz bekannt. (aus Wikipedia)

Der Ándalus besticht durch seine tiefrote Farbe und seinen intensivern Geschmack nach Kirsche, Leder und Schokolade. Wirklich einen Versuch wert! (€25,90)

Ich bin ja im Rioja-Weinladen als der Mann bekannt, “der keinen Rioja mag”. Naja, das Etikett habe ich mir vermutlich verdient. Aber auch ich muss anerkennen, dass sich in Rioja in den letzten Jahren viel getan hat. Viele Riojas sind “moderner” geworden, d.h. sie schmecken nicht mehr nur vordergründig nach Holz. Ich war sehr überrascht, zwei sehr spannende, außergewöhnliche Weine kennenzulernen, beide von der Kellerei Viña Ijalba. Das besondere an beiden Weinen ist, dass sie schon fast ausgestorbene oder vergessene Reben zum neuen Leben erwecken:

Ijalba Graciano, Crianza 2004:

Graciano gehört zu den seltensten Rebsorten in der Rioja. Ijalba ist im Besitz der größten Graciano-Rebfläche, in der nach traditioneller Weise angebaut wird: eine geringe Rebstockdichte (3500 pro ha) ergibt einen Ertrag von 4000 kg pro ha. (aus dem Katalog des Rioja-Weinladens).

Der Graciano hat eine tiefe dunkle Farbe, schmeckt nach Leder und Schokolade (könnte fast als Pinotage oder Shiraz durchgehen). Dunkle Früchte, kräftige Tannine und wenig Holz zur Abrundung. € 13 sind mehr als angemessen.

Aus der gleichen Kellerei kommt der Dionisos Ruiz Ijalba 2003, der sortenrein aus der Maturana-Rebe hergestellt wird, die fast ausgestorben ist. Weltweit existiert – immerhin oder gerade mal – eine Rebfläche von 2 ha. Ein leichter, wunderbar ausgewogener Wein mit dem Aroma von Johannesbeeren und Himbeeren, etwas Muskatnuss, der nach allem, nur nicht nach Rioja schmeckt. Wenn er nicht € 16,50 kosten würde, könnte man ihn jeden Tag trinken.

Und zum Schluss der Knaller. Zu seinem 25-jährigen Bestehen hat sich der Rioja-Weinladens eine Spezialabfüllung der Navarra-Kellerei Malumbres. Selección del Presidente 2002 ist eine Cuvee aus je 40% Granacha und Tempranillo, 15% Cabernet Sauvignon und 5% Merlot, die 24 Monate im Barrique gelagert wird. Man muss diesem Wein viel Zeit geben, da direkt nach dem Entkorken der Fassgeschmack zu sehr hervorsticht. Nach dem Dekantieren oder ein paar Stunden nach dem Öffnen der Flasche kann hiervon keine Rede mehr sein – schwere und runde Aromen aus dunklen Beeren, viel Leder und Bitterschokolade machen aus dem Malumbres einen fulminanten Wein, der seine € 23 wert ist.

Alle vier Weine sind erhältlich bein Rioja-Weinspezialist, Berlin.

Fotos: Rioja-Weinspeziaist

Leider hatte ich nur wenig Zeit, die Restaurant- und Barszene in Helsinki zu erkunden, bevor ich zu Freunden nach Mittelfinnland aufgebrochen bin. Diese charmante Stadt hat viel zu bieten, zu Preisen, die dann nicht so hóch liegen wie erwartet.

Zwei Restaurants – zwei Empfehlungen:

Das Aino, in der Nähe des Doms, wirbt mit finnischer Küche. Ein heller, Raum, angenehm dekoriert, genug Platz zwischen den Tischen für persönliche Gespräche und makellos freundlicher Service. Die Speisekarte bietet rustikale finnische Klassiker wie Brathering mit Kartoffelbrei und Rote Beete, oder Blinis mit Stör und Sauerrahm, aber auch feine Speisen wie Rentierfilet mit Crawberry-Sauce. Die Weinkarte ist ordentlich (aber wie in den meisten Restaurants in Finnland sind es die Weine, die einen tief in die Tasche greifen lassen). Warum nicht mal ein Bier, zum Beispiel das rote finnische Bitterbier Huvila E.S.B.?

Gleich um die Ecke liegt das Nuevo – wie der Name andeutet, ein spanisches Restaurant, dass aber sich weniger auf Tapas konzentriert als auf spanische Interpretationen klassischer und moderner Küche, wie z.B. warmer Ziegenkäse auf Blattsalat mit dickem Balsamico-Syrup (€ 8,50), oder Wachtel mit Foie Gras gefüllt, Wurzelgemüse und Perlhuhn-Consommé (€ 28,50). Die Weinliste mit spanischen und internationalen Weinen ist sehr anspruchsvoll und bietet einige außergewöhnliche Gewächse, wie z.B. Cuatro Pasos Mencia 2004, von Martin Codax aus Bierzo (€ 43), einer kleinen Region aus der innovative Weine kommen. Der Quatros Pasos kommt leicht aber doch mit interessanten Lakritzaromen und einem spannenden leichten Salzgeschmack daher (Nein, dem Koch war nicht der Salzstreuer ausgerutscht – wir probierten eine zweite Flasche). Belvini.de schreibt dazu:

Der Name Cuatro Pasos, auf Deutsch die vier Pfoten, stammt von der Entdeckung von vier Bärenpfoten in einer der höchsten Weinlagen, wovon die Trauben für diesen Wein stammen. Es gibt insgesamt vier Weinlagen Otero, Hornija, Corullón und Valtuille mit unterschiedlichen Bodeneigenschaften, wo die Trauben gelesen werden. Der Wein wird 12 Monate in Holzfässern von vier verschiedenen Holzarten ausgebaut, welche diesen unverwechselbaren Geschmack stark beeinflussen. Volle Frucht und ausgeprägte Tannine vermählen sich in diesem Rotwein zu einem opulent-feinnervigen Vergnügen! Ein besonderes Genusserlebnis!

RAVINTOLA AINO
Pohjoisesplanadi 21
00100 Helsinki
Tel.  (09) 624 327

Nuevo 
Sofiankatu 4
00170 Helsinki
Tel: (09) 677 101
E-mail: myyntipalvelu@royalravintolat.com

Foto: (1) drymartini, (2) Belvini.de

Wie bereits mehrfach in diesem Blog berichtet, gab es in 2007 kaum einen Monat (eine Woche), in dem nicht ein neuer Gin lanciert wurde. Wir sahen in 2006 den hervorragenden und ausführlich gewürdigten Blue Gin von Reisetbauer, der jetzt in der zweiten Vintage-Ausgabe erschienen ist. Dann 2007 G-Vine aus Frankreich, gar nicht zu reden vom  Old Tom Gin Revival.

Jetzt gibt es auch einen konkurrenzfähigen deutschen Gin: Adler Berlin Dry Gin der Preußischen Spirituosen Manufaktur. Einen Wacholder-Aficionado wie mich freut die Besinnung auf die Ureigenschaften dieser Spirituose. Neben den deutlichen Wacholder-Noten gibt es Koriander, Ingwer, Lavendel und Zitronenschale. Alles sehr ausgewogen und hervorragend für einen Dry Martini geeignet (am besten mit Zitronenzeste). Die Destillate werden sorgfältig verarbeitet und der Gin wird dann noch einige Monate in Steingutgefäßen gelagert, damit er sein Aroma entfalten kann. Sehr, sehr lecker…

Die Krönung des mit ca. 30 Euro nicht gerade preiswert veranschlagten Wässerchen  ist die Abfüllung in eine Apothekerflasche mit Glasstopfen.

Ach ja, das Etikett: Darüber ist soviel diskutiert worden, dass ich mich jeglicher Stimme enthalte. Irgendwie gewöhne ich mich langsam daran…

 Foto: Preußische Spirituosen Manufaktur GbR

Luboš aus Nitra hat es mit seinem Bartender-Blog vorgemacht, jetzt folgt Dominik MJ Schachtsiek, der im Vu’s in den Jumeirah-Towers in Dubai die Shaker bedient, mit einem neuen, sehr schön aufgemachten Blog: The Opinionated Alchemist. Welcome to the Club! 

Die Klimakatastrophe hat ja manchmal ihr Gutes. Hier sind zwei Argumente: erstens wird in tropischen Ländern am Einsatz von Klimaanlagen gespart und man entgeht dadurch immer häufiger dem drohenden Kältetod. Zweitens wird plötzlich in Ländern guter Wein produziert, die sich vorher allenfalls durch den Anbau von Braugerste auzeichneten.

Ein solches Land ist England. Was ich in der Recherche fuer diesen Blogeintrag lernen musste ist, dass es schon seit der Ankunft der Römer und kontinuierlich über 2000 Jahre in England Wein gab, die Produktion aber 1911 praktisch eingestellt und erst in den fünfziger Jahren wieder aufgenommen wurde.

Nachdem ich in den letzten Monaten schon mehrmals von der außergewöhnlichen Qualität von englischem Sekt gehört und gelesen hatte, war ich ganz gespannt auf die erste Verkostung.

Ein Freund hatte mir eine Flasche Bloomsbury Merret der Kelterei Ridgeview mitgebracht. Der (weiße) Merret hat mich umgehauen. Kombiniert aus 58% Chardonay, 25% Pinot Noir und 17% Pinot Meunier ist das ein Sekt mit wunderbar feinen Perlen, ohne hervorstechenden Säure mit Aroma von Aprikosen und Birnen. Einfach fein. Champagnerqualität.

Nein – den Titel zu diesem Blogeintrag habe ich mir nicht selbst ausgedacht – es ist das Motto dieses kleinen, feinen Restaurants im Herzen Schönebergs. Meine Liebste und ich gehen hier schon seit Jahren gerne hin, bevorzugt im Herbst, wenn es draußen kalt und nass wird. Das La Cocotte serviert nämlich französische Klassiker.

Schon am Telefon wird man mit einem freundlichen “Bon Soir” begrüßt, und so wird der ganze Abend von einem herrlichen Fronkreisch-Feeling begleitet – das Team ist durchgehend frankophon. Und so bleibt es auch nicht aus, dass wir über die Besonderheit der französischen Nasallaute aufgeklärt werden. Hier ist alles authentisch – und die Freundlichkeit des Service nicht zu überbieten. Viel Zeit sollte man allerdings mitbringen, da die Küche in Stoßzeiten die Bestellungen in ihrem eigenen Tempo abarbeitet.

Wer jetzt glaubt, dass es sich hier um einen Hort der Bürgerlichkeit handelt, täuscht sich. Die Fotografien an den Wänden und der Monitor, auf dem eine Videoinstallation läuft, deuten an, dass man die Traditionen Escoffiers mit urbanem Flair vereint.

Jetzt aber zum Essen. Ich hatte das große Glück, dass Austern auf dem Speiseplan standen. Fine de Clairs, mittlere Größe, von ausgezeichneter Frische und tadellosem Geschmack, so gut, dass ich nach den anfänglichen sechs noch drei Stück nachbestellen musste (6 Stück € 9). Die Liebste und die liebste Tochter aßen mittlerweile Perlhuhnpastete mit Pistazien und Trauben an Trestersenf (€ 4,90). Dazu ein Picpoul de Pinet der Domain de Montredon (€ 14), eine Wein, der aus einer alten autochtonen Rebe im Languedoc gemacht wird und mit seiner säurarmen Frische und seinem Geschmack nach Ananas und Limonen perfekt mit den Austern harmonisierte.

Ins La Cocotte geht man vor allem, um die Schmorgerichte zu essen, die am Tisch in kleinen gusseisernen Brätern serviert werden, ebenso wie die Beilagen, die man frei auswählen kann. Die Liebste aß das Kaninchen in Senfsoße (€ 13,90), die Tochter das unnachahmliche Boef Bourguignon (€ 9,90) und ich entschied mich für die 300g-Variante des Entrecote mit Pfeffer von bester Fleischqualität (€ 19,90). Dazu Puy-Linsen und leckeres Kartoffelpürree mit Rotwein (je € 1,90).

Auch wenn die Wasserpreise zu Buche schlagen (1 l Evian für € 5,90) – insgesamt ein schöner Abend, an dem Preis und Leistung in einem schwer zu überbietenden Verhältnis stehen.

Restaurant La Cocotte
Vorbergstr. 10
10823 Berlin
Tel. 030-78957658

Es gibt eine spezielle Sorte von Restaurants, die gibt es nur selten in großen deutschen Städten. Ich meine Restaurants, die kein großes Aufheben um sich machen, Restaurants, die nur eine Gruppe von Eingeweihten kennt, Restaurants wo die Qualität von Speisen, Getränke und Service in einem nicht zu überbietenden Verhältnis zum Preis steht. Das Grünfisch in Berlin ist ein solches Restaurant.

In Berlin-Kreuzberg am Chamissoplatz gibt es das Grünfisch schon seit ca. acht Jahren. Seit ein paar Monaten gibt es eine Dependance am Fasanenplatz in Charlottenburg. Das Grünfisch wird von Vu Pham Dang aus Saigon und von Giovanni Di Liberto aus Sizilien geführt. Ich kann nicht nachvollziehen, wenn es in manchen Restaurantkritiken heißt, dass hier eine asiatisch-italienische Küche gibt. Für mich ist das Süditalien pur, mit vielleicht ganz seltenen Griffen in die asiatische Gewürzkiste. Aber das was hier – sizilianisch-modern-kreativ – auf den Tisch kommt, ist immer fein abgeschmeckt.

Die Karte wechselt regelmäßig und so gab es, als ich dort zu Besuch war: Ravioli mit Maronensteinpilzpüree gefüllt mit gebratenem Tunfisch auf Steinpilzragout (€ 12), gefolgt von Kaninchenflet mit Maronenpilzen gefüllt im Parmamantel auf Salbeibutter und Mangold (€ 10). Mein Gesprächspartner aß Kürbiscremesuppe mit Süßkartoffel und Kokos (€ 5) sowie Entenbrust auf Organrisotto mit Pfifferlingen (€ 16,50). Bis auf dass die Entenbrust ein bisschen trocken geraten war, hat alles köstlich gemundet.

Beeindruckend auch die große Auswahl guter sizilianischer Weine. Wir tranken Nuhar 2004 von Tenuta Rapitalà, eine Cuvée aus Nero d’Avola und Pinot Nero (€ 35). Oh – was hat dieser Wein mein Herz höher schlagen lassen. Elegant, rassig, mit guter Säure und Tanninen, ein hervorragender Essensbegleiter – sogar zu unseren leichten Speisen. Unbedingt dekantieren lassen! Auf der Webseite des Weinguts (sehens- und hörenswert!) findet man die folgende Anmerkung:

The vineyards where we select the grapes for the production of Nuhar (flower in Arabic) are cultivated at the heart of the mountain which overlooks the Tenuta and from which rises the river “Rabidh Allah”.

Beide Lokale sind angenehm gemütlich und der Service ist herzlich und gut.

Grünfisch – Berlin / Kreuzberg
Willibald-Alexis-Straße 27
10965 Berlin (Kreuzberg)
am Chamissoplatz
nahe U-Bhf. Gneisenaustraße / Platz der Luftbrücke
Telefon & Fax (030) 616 21 252
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 18-24 Uhr

Grünfisch – Berlin / Charlottenburg
Fasanenstraße 42
10719 Berlin (Charlottenburg)
am Fasanenplatz
nahe U-Bhf. Spichernstraße
Telefon & Fax (030) 39 37 15 23
Öffnungszeiten
Montag bis Samstag 18-24 Uhr

Da las ich doch heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in einem ansonst hervorragenden Feuilletonartikel (”Das Grauen vom Lande: Nicht die Provinz ist böse; es ist der Provinzialismus….Warum wir uns vor Kurt Beck fürchten müssen“), dass Berlin nicht die Metropole ist. Lieber Claudius Seidl, solche Klassifizierungen treffen tief ins Mark meiner Berliner Identität, und ich empfehle Ihnen einen Besuch in der neuen Bar Tausend am Schiffbauerdamm (wenn Sie der Türsteher denn reinlässt).

Gestern abend war ich da, mit den Herren Adam und Heuser von Mixology. Es war, wie zu erwarten, ein feuchter aber vor allem fröhlicher Abend, an dessen Anfang wir noch die angenehme Gesellschaft des Bartenders Mario Grünenfelder genießen konnen, der gerade zum Mixologen des Jahres 2007 gewählt wurde (odr?). Die Freude über Marios Anwesenheit wärte leider nicht lange, da die Bar ab ca. 23 Uhr wie eine Sardinendose gepackt war und er nur von Zeit zu Zeit mit frisch gefüllten Gläsern vorbeischauen konnte.

Die Bar Tausend hat alles was sie dazu prädestiniert, zur angesagten Hauptstadtlocation zu werden, von der man in New York oder São Paulo oder Tokyo redet (bye, bye, 90 Grad…). Gelegen im Epizentrum der Hauptstadt, findet man sie nur, wenn man weiß, wo man suchen soll. Kein Licht, kein Kneipenschild, keine Klingel an der Eisentür unter der Bahnlinie Paris-Moskau. Ein Türsteher, der aber zu früher Stunde Milde walten lässt (wie lange noch?). Klassisches 80er Jahre Clubdesign mit viel Metall und Glas. Super gute Livemusik. Publikum, dass sich gerne sieht und sich sehen lässt. Viel Champagner und Vodka (Green Mark). Also ein Luxus-Hedonisten-schöne Menschen-Schuppen – aber zum Glück auch für Normalos genießbar.

Die Aufgabe von Mario, in einem Laden, der gut und gerne 200 Menschen fasst, hohe Qualität bei den Drinks zu halten, ist eine hohe Herausforderung und ich hoffe, dass er nicht daran verzweifeln wird. Die Drinks sind momentan klasse, wie zu erwarten, ob der Manhattan, der hier mit Rittenhouse Rye und Carapano Antica Formula perfektioniert wird, oder der von uns allen geliebte Beuser & Angus Special (oder so ähnlich), ein Sour auf Chartreuse Grün Basis.

Zu erwähnen ansonsten noch die kleine Karte mit Häppchen (Austern, Dim Sum), die von dem grandiosen Küchenchef Gordon W. serviert werden. Gordon W. ist eine eindrucksvolle kanadische Erscheinung, mit bewegter Geschichte und eigenem Wikipediaeintrag und und alleine schon ein Besuch im Tausend wert. Ich sage es doch: Berlin ist die Metropole.

Vielleicht gibt es hier bald noch ein paar Fotos, solange bei http://www.philipp-m-wittulsky.de/ reinschauen.

Tausend 
Schiffbauerdamm 11
1000 Berlin-Mitte
Tel. 41 71 53 96
Öffnungszeiten: Mi.-Sbd. ab 20 Uhr

Berlin: Am 17. Oktober wurden auf dem erstmals veranstalteten Branchentreff der Barindustrie, dem Bar Convent Berlin, die Mixology Bar Awards 2007 verliehen. Mit diesen Awards zeichnet die Fachzeitschrift Mixology, Magazin für Barkultur, herausragende Leistungen des Bargewerbes aus. Verliehen wurden die Awards in insgesamt 6 Kategorien.

Den Auftakt machte ein „Award für besondere Leistungen”, der von der Jury – prominent besetzt mit Stefan Gabanyi (Schumanns Bar, München), Gregor Scholl (Rumtrader, Berlin), Markus Blattner (Widderbar, Zürich), Marco Pani (Bar Italia, Wien), Ingo Strobel (Motorberlin.com) und Gregor Scholz (Scholz Bar, Stuttgart) – einstimmig der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesprochen wurde, da sie sich im Rahmen des Klimaschutzes besonders um die Qualität des Eises verdient gemacht habe. „Das Eis ist schließlich des Barmanns Gold!” so die Begründung von Jury-Vorsitz Gregor Scholl.

 

Das „Bardesign des Jahres 2007″, gestiftet von Bombay Sapphire, gewann die Bar des Berliner Q! Hotels für ihr von der bekannten Architekturschmiede Graft gestaltetes Interieur. Ein weiterer Award ging ebenfalls nach Berlin. In der Kategorie „Mixologe des Jahres 2007″ wurde der gebürtige Schweizer Mario Grünenfelder (Bar Tausend) für seine Kreativität ausgezeichnet. Mit Markus Heinze von der Dresdner Sonderbar zeichnete die Jury einen zweiten Bartender aus. Er gewann den Award „Newcomer des Jahres 2007″. Beide Awards wurden vom neuen Premium-Tequila Sierra Milenario präsentiert.

Der mit Spannung erwartete Award für die „Spirituose des Jahres 2007″, gestiftet vom Bardienstleister APS Barsupply, ging an den Kultlikör Green Chartreuse. „In Chartreuse kommt das Wesen der Destillation in seiner ganzen Tiefe zum Ausdruck. Dies ist mit ein Grund, warum dieses Traditionsprodukt auch die junge Generation von Bartendern von Neuem inspiriert. Es ist schlicht Transzendenz in Flaschen!” begründete Stefan Gabanyi die einstimmige Entscheidung der Jury.

Standing Ovations bekam für die Verleihung des „Awards für das Lebenswerk” schließlich der bekannte Bartender und Buchautor Franz Brandl. Dieser Award wurde von der russischen Vodkamarke Green Mark präsentiert.

Der Bar Convent Berlin war mit 1068 Besuchern an zwei Veranstaltungstagen in seinem ersten Jahr ein voller Erfolg. Jens Hasenbein, Herausgeber des veranstaltenden Mediums Mixology, freut sich aus diesem Anlass auch schon auf das nächste Jahr: „Unsere Leser und unsere Partner aus der Industrie, die durch ihren Enthusiasmus zur großartigen Stimmung des BCB beitrugen, haben offensichtlich schon seit mehreren Jahren auf eine solche Veranstaltung gewartet. Wir freuen uns, dass wir unserer Branche jetzt auch diese Plattform zur Verfügung stellen konnten. Wir werden den Termin für das Jahr 2008 demnächst bekannt geben und wollen uns im nächsten Jahr natürlich auch noch steigern.”

Foto: Birte Filmer, 103prozent

Jeder, dem ich erzählte, dass ich ins Milk&Honey in London gehen würde bekam glänzende Augen. “Eine tolle Bar,” “perfekte Drinks”, etc. waren nur einige der Worte, die ich auf den Weg mit bekam. Also, nichts wie hin.

Ein Besuch im Milk&Honey ist eine logistische Aufgabe. Kommt man in das New Yorker Stammhaus nur als Mitglied rein (und man wird Mitglied nur auf Grund einer Empfehlung), so öffnet die Bar in London ihre Pforten auch für Normalsterbliche. Aber einfach hingehen funktioniert nicht – man muss, wenn man nicht Mitglied ist, sich voranmelden und hoffen, einen der begehrten Plätze zu ergattern. In meinem Fall waren mehrere Anläufe nötig. Da die Anmeldung durch einen Kenner der europäischen Barszene nicht fruchtete, probierte ich es selbst durch eine Email, und siehe da, Emma schrieb die wunderbaren Worte: “We will be seeing you on Thursday, then.”

Well done. Ich traf mich mit einem Londoner Bekannten, der es bis dato auch noch nicht auf die Gästeliste geschafft hatte. Kein Schild an der schwarzen Tür deutet auf die Bar hin – man muss wissen, wo man sie zu suchen hat. Im Vorraum, ein kleiner Tresen, an dem die Gästeliste abgehakt wird. Dann wird man ins Reich eingelassen.

Man muss dem Designer der im Jahre 2002 eröffneten Bar ein Kompliment machen – die Atmosphäre wirkt wie original dreißiger Jahre. Sehr gedämpftes Licht, spärliche Dekoration, gekachelte Decke, Resopaltische. Alles sehr stimmig. Die Cocktailkarte ist mit 35 Drinks übersichtlich, aber der Ober gibt gleich den Hinweis, dass man natürlich alles andere auch bestellen kann. Ich versuchte es mit einem Rye Sour, der tatsächlich absolut harmonisch und perfekt war. Wir probierten dann noch eine Reihe anderer Drinks, wovon mir der The Business (Gin, Honig, Limettensaft) zu süß geraten war. Die Barkarte wird durch eine gute Auswahl an Weinen und Tapas komplettiert.

Als Gast wird man im Mil&Honey ja üblicherweise um 23 Uhr herauskomplementiert, dann ist nur für Members geöffnet. Wir flohen schon viel früher, denn leider macht auch hier die Akkustik, in der Mischung von Musik und lauten Gesprächen eine Unterhaltung sehr schwierig.

Ich hatte ja noch eine zweite Adresse zu absolvieren. Als ich bei Lubos in Nitra war, hatte ich Eric Lorinc kennengelernt, der mich einludt, bei ihm in der Purple Bar im Sanderson Hotel vorbeizuschauen, auch in Soho und nur fünf Minuten Fußweg vom Milk&Honey entfernt. Das Sanderson Hotel ist ein witziges Designhotel, das vor allem Menschen aus der Multimediabranche anspricht. Ein ekklektischer Mix von Möbeln, verspielt bis zum Extrem. Hier gibt es zwei Bars: die Long Bar, die ihrem Namen gerecht wird und die jeden Abend eine Mischung von jungem und hippen urbanen Publikum anzieht. Dann gibt es aber auc noch die kleine, aber feine Purple Bar, die eigentlich nur für Hotelgäste und Members öffnet. Aber auch hier heißt es: Non-members are advised to make a guest list reservation.

Die Purple Bar ist, wenn man es so bezeichnen kann, ein vollkommener Gegensatz zum Milk&Honey. Wie der Name sagt, dominiert hier die Farbe Lila. Die Musik ist gedämpft, würde das moderne Design dem nicht widersprechen, würde ich sagen, dies ist eine alte englische Hotelbar, wo man sich zur gepflegter Konversation trifft. Der Vergleich hinkt aber, da die Purple Bar dem postmodernen urbanen Geschmack des angehenden 21. Jahrhunderts entspricht.

Der Chefbartender, Eric, ist zusammen mit Stan Vadrna auf Welttour gegangen und hat wie Stan den hohen Qualitätsanspruch mitgebracht. Das Barmenü fokussiert sich auf Martinis, wobei der Begriff Martini hier sehr weit gefasst ist – im Prinzip kann ja eben fast jeder Cocktail als Martini verkauft werden. Entsprechend dem Geschmack des gewünschten Klientels gibt es eine Riesenauswahl an Vodkas, aber auch die Bandbreite anderer Spirituosen, einschließlich meines geliebten Bourbon und Rye Whyskey, lässt sich sehen. Eric mixt mir zuerst einen Drink aus Grapefruitsaft, Limettensaft, Gin, und noch ein bis zwei anderen Zutaten (Apricot Brandy? Bitters?), der gut geraten war. Dann, zum Abschlus, noch einen Old Ripp Van Rinkle Bourbon 10ys, der duch seinen leicht torfigen Geschmack überzeugt – fast schon ein Malt. Überhaupt, auch hier, wie im Milk&Honey überzeugt die Qualität aller Drinks. Mit Stan, Lubos und Eric hat das kleine Land Slowakei der Welt jetzt schon drei große Talente hinter dem Tresen geschenkt.

Um 24h30, zurück in meinem Stadtteil near Earl’s Court war ich dann doch überrascht, dass man nicht überall in London um diese Zeit noch ein Absackerbier bekommt.

Milk and Honey
Poland Street Soho
London, W1F
Tel. +44 (0) 7000 655 469

Purple Bar
im SANDERSON HOTEL
50 Berners Street
London
Tel. +44 (0) 20 7300 1496
6pm-3am Monday through Saturday
6pm-12am Sunday
Members and Residents only.
Non-members are advised to make
a guest list reservation.
England W1T 3NG

Während sich die Creme de la Creme der europäischen Barszene in Berlin zur ersten Barconvention trifft, bin ich in London untergetaucht. Man muss ja Prioritäten setzen. Kleiner Trip durch Marylebone; ein Stadtteil, den ich noch nicht kannte (nahe Baker Street): auch wenn Berlin ja viel zu bieten hat, werde ich ob der Qualität und Attraktivität der Angebote Londons immer schier verrückt; ich möchte gleich in jeden Pub zum Biertrinken, in jeden zweiten Laden rein zum Lebensmittel kaufen, und in jedem dritten Restaurant essen. Die Auswahl ist dann meist zufällig, und so entschieden sich mein Begleiter und ich uns für Ping Pong, das mit einer Auszeichnung für “emerging concepts” (ungefähr: aufkommende Konzepte) wirbt.

Ping Pong ist ein Dim Sum Restaurant. Man bekommt eine Speisekarte, eine Checklist und einen Bleistift. Was einem auf der Speisekarte gefällt, kreuzt man auf der Liste an. Eine Portion besteht jeweils aus drei Stücken, was das Teilen zu zweit etwas schwierig macht. Die Speisekarte ist in Gedämpftes, Gebratenes, Gebackenes aufgeteilt. Alles kommt schnell und frisch auf den Tisch. Wir hatten 9 oder 10 verschiedene Portionen, z.B. Roast Pork Puff, oder Spicy Chicken, und viel mehr.  Und dann die Chili-Saucen, die dazu gereicht werden…

Alles ríchtig lecker, und ich hoffe auf die Entdeckung des modernen Dim Sums in Europa (in Schöneberg gibt es schon ein Dim Sum Restaurant, das ich unbedingt ausprobieren muss).

Dazu eine Flasche Waterstone Bridge Reserve Semillion Chardonnay aus Australian, der wie Arsch auf Eimer zum Essen passte.

Das Ganze dann für 46 Pfunde, richtig preiswert für London.

Ach ja: es gibt sieben Filialen des Ping Pong. Ein Kettenrestaurant der besseren Art. Es gibt auch Cocktails, aber die haben wir nicht probiert, auch wenn uns “The Emperor’s Elixir” sehr gereizt hat.

Ping Pong
Marylebone

10 Paddington Street
London

W1U 5QL
tel: 0207 009 9600

andere Filialen in London

Die Weißweinsaison 2007 neigt sich endgültig ihrem Ende zu. Jetzt werden die schweren Rotweine aus dem Regal geholt, dazu ein schönes Herbstessen, wie z.B. Chili vom Hirsch mit Trockenfrüchten. Aber halt – manchmal gibt es dann doch noch eine Gelegenheit, einen Weißwein zu genießen, z.B. wenn man ein leckeres Fischgericht serviert (bei uns gab es am Samstag den Hirsch und am Sonntag Alfons Schuhbecks Wolfsbarsch in der Salzkruste auf Limettenspinat).

Hierzu ein passender Weißwein war schnell gefunden, der Laurenz Singing Grüner Veltliner vom Weingut Laurenz V im Weinviertel in Österreich. Laurenz Maria Moser produziert Wein in der fünften (V.) Generation und jetzt ist mit seiner Tochter Sophie die sechste hinzugekommen.

Ein ausgesprochen kräftiger Wein mit Aroma und Geschmack von Ananas und Papaya. Meine erste Reaktion war “der schmeckt ja wie Butter”. Also er ist breit und macht am Gaumen viel Freude. Für € 7-8 ist er sein Geld wert.

Bezug: z.B. Jacques Wein-Depot

Leider in meiner Filiale momentan ausgetrunken!

Ein wunderschön designter Foodblog mit witziger Aufmachung, tollen Fotos und einfach nachzukochenden Rezepten ist kulinaria katastrophalia.

Den Auftakt des Communitytreffens von Cocktaildreams am vergangenen Samstag in Hattersheim bildete das Bourbontasting. Neun Sorten des amerikanischen Whiskeys standen dabei zur Auswahl. Getestet wurden die Brände in drei Dreierblocks. Dabei wurden Notizen erstellt und Punkte von 1-10 vergeben – 1 für Fusel, 10 für Edelgetränk. Wir möchten hierbei noch betonen, dass keiner der 16 Tasting-Teilnehmer sich auf Bourbon spezialisiert hat. Die Zahlen und Bewertungen entstanden daher von Laien und können durchaus von anderen Whiskey-Tastings abweichen. Das ist auch der Grund, warum dieses Jahr der Bourbon auserwählt wurde. Im Hobbybereich wird dieser Spirituose kaum Beachtung gezeigt, obwohl er bei Bartendern wegen seiner Mixability sehr beliebt ist. Um die Vielfalt und die Unterschiede genauer kennen zu lernen, fiel die Wahl auf den Kornbrand aus den Staaten. Die Bewertung fiel folgendermaßen aus:

Die überall erhältlichen Sorten Four Roses, Jim Beam White Label sowie Jim Beam Black Label bildeten das Schlussfeld des Blindtastings. Alle diese Brände haben kaum spürbares Aroma, sind alkoholisch scharf und besitzen einen kaum spürbaren Abgang. Ein Drink der vom Aroma eines Whiskeys abhängig ist, wie zum Beispiel ein Old Fashioned, wird mit einem dieser Whiskeys hemmungslos untergehen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es keinen Sinn macht, sich einen dieser Bourbons zuzulegen.

Auch die Produkte aus dem Hause Wild Turkey wurden nicht sehr hoch bewertet. Die achtjährigeVersion Wild Turkey Rare Breed ist zwar ein reifer, runder Whiskey, unterscheidet sich von seinen acht Konkurrenten aber durch einen sehr starken torfig-erdingen Geschmack wie man ihn eher bei einem Scotch erwarten könnte. Vielleicht ein Grund, weshalb das teurere Produkt einen hinteren Platz eingenommen hat. Der normale Wild Turkey schnitt ein wenig besser ab. Die Aromen und Geschmäcker waren insgesamt runder und harmonierten somit besser miteinander. Diese beiden Brände haben einen leichten Abgang mit Eichenaroma. Hier gab es die Minoritätsmeinung des ehrwürdigen Drymartini-Bloggers – immerhin der älteste der Verkoster, für den der Wild Turkey Rare Breed mit seinem auch an Calvados erinnernden Aroma an der Spitze der Auswahl lag.

Gleichauf und im oberen Feld befinden sich Makers Mark sowie Woodford Reserve. Zwei solide Mixbourbons, die ihren Preis wert sind. Geruch von Toffee und Caramel, gut balancierte Holznoten und kein Brennen im Abgang machen diese Whiskeys eine Anschaffung wert.

Der teuerste Bourbon und der von den meisten Teilnehmern als Favoriten auserwählte war Blanton Cask Strange (Edition Süddeutsche Zeitung). Leicht süß mit Honig- und Caramelaromen setzte sich die Sonderauflage durch. Sehr mundfüllend im Geschmack aber dennoch erstaunlich sanft, kann dieser teure Bourbon auf ganzer Linie überzeugen. Ein absolute Kaufempfehlung für den puren Genuss.

Sieger, nach glatten sieben von zehn Punkten, ist allerdings der 12-jährige I.W. Harper. Wie der Blanton ist auch er sehr zart, gut balanciert mit Spuren von Vanille und Caramel. Das machte Ihn schlussendlich zum Mix- und Trinkbourbon des Cocktailforums und konnte in einem vom Drymartini gemixten Whsykey Sour absolut überzeugen.

Bleibt zu bemerken, dass die Auswahl der verkosteten Whiskeys nur einen Auftakt bildet. Wer mehr erfahren will, kann zum Beispiel in der Switch-Bar in Hattersheim oder im Paolos Frankfurt weitaus exotischere und in Deutschland selten ausgeschenkte Bourbons und Ryes probieren, z.B. den wunderbaren Eagle Rare. Kürzlich von Drymartini mit viel Spaß verkostet: Booker’s Bourbon mit 62 Vol%.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit von Cocktailwelt (Federführung ) und Drymartini (Mitarbeit & Erweiterung).

Punkte:
4,06 – Four Roses
4,13 – Jim Beam White Label
4,38 - Wild Turkey Rare Bread
4,94 - Jim Beam Black Lable
4,94 – Wild Turkey 8
5,88 – Makers Mark
5,88 – Woodford Reserve
6,50 – Blantons (SZ-Edition)
7,00 – I.W. Harper 12

Seit ich blogge, bin ich zum leidenschaftlichen Perlensucher geworden. Perlen in der Provinz. Wenn Sie Wuhan oder Nitra nicht kannten, wird es Ihnen vielleicht genauso mit Hattersheim gehen, außer Sie kommen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Um die Relationen zurechtzurücken: Wuhan hat 9 Millionen Einwohner, Nitra 100.000 und Hattersheim hat 25.000. Um es etwas genauer zu beschreiben: Hattersheim ist nicht der Ort, in dem die meisten Bankmanager aus dem nahegelegenen Frankfurt wohnen; es ist eher eine Schlafstadt für die umliegende Industrie, z.B. dem benachbarten Höchst. Würden Sie dort eine Top-Bar erwarten? Sehen Sie – ich auch nicht; aber so langsam lerne ich, meine Großstadtarroganz abzulegen.

Karsten Kuske hat nach Abschluss seiner Lehr- und Wanderjahre eine Bar mit dem Namen “Switch – Die bewegte Bar” eröffnet. Der Fantasie sind bei diesem Namen keine Grenzen gesetzt: es handelt sich tatsächlich um eine professionelle und hochqualitative Cocktailbar. Mit dem Namen verhält es sich so:

„Switch“ bedeutet wechseln, das bezieht sich auf das ständig wechselnde Zusatzangebot an Cocktails, Spirituosen, Weinen und Snacks. Unser Motto lautet „Gastronomie in Bewegung“ und daher kommt der Beiname „Die bewegte Bar“.

Kuske hat im Laufe seiner Jahre hunderte Spirituosen angesammelt, darunter viele Rums, American and Scottish Whysk(e)ys und noch mehr. Daraus macht er eine Vielzahl von guten Drinks, angefangen von den Klassikern in allen Variationen, Tiki und Fancy Drinks, Coladas. Zusätzlich bietet sich natürlich ein Ritt durch die Spirituosenabteilung an. Mich als eingfleischten Boubon-Trinker hat die große Auswahl gefreut, und die Tatsache, dass Karsten neben vielen anderen Blue Gin im Programm hat.

Die Switch-Bar hat von Mittwoch bis Samstag von 19h00 bis 2h00 geöffnet. Sie ist nur ein Jahr nach ihrer Eröffnung zur Nr. 1 der Bars im Rhein-Main-Gebiet (außer Frankfurt) gewählt worden.

Übrigens: Mit der S1 ist man in 15 Minuten vom Frankfurter Hauptbahnhof in Hattersheim. Noch 5 Minuten Fußweg, und Sie können bei Karsten Kuske gepflegt in der Provinz trinken.

Switch – Die bewegte Bar
Am Kirchgarten 11
65795 Hattersheim am Main
Tel.: 0 61 90 . 92 70 25

Ein Trend, der in Asien und den USA schon lange in ist, setzt sich jetzt langsam auch in Deutschland durch: die Kombination von Bar und Restaurant, in voneinander abgegrenzten Räumen. Mir kommt das sehr gelegen, da ich aus dem Alter heraus bin, in dem ich von Kneipentür zu Kneipentür ziehen muss. Allerdings entfällt dadurch auch der Verdauungs- und Ernüchterungsspaziergang, so dass man bei der Zusichnahme von Speis und Drank doppelt aufmerksam sein muss.

“Wohin in Frankfurt”, ging meine Frage an den Experten für gehobene Barkultur? Trocken die kurze Antwort per E-Mail: “Frankfurt? Na klar! Steffen Lohr im Biancalani.”

Da ich mich ohnehin mit ausländischen Freunden auf ein gutes Dinner treffen wollte, passte dieser Tipp, nach kurzem Check auf der Webseite des Biancalani, perfekt. Einem runden Abend sollte nichts im Weg stehen.

Das Biancalani liegt auf der Sachsenhäuser Uferseite von Frankfurt nahe der Flößerbrücke, wo in den letzten Jahren ein kleines urbanes Subzentrum im modernen Mailänder Stil entstanden ist. Das Ensemble besteht aus einem Restaurant, einer Enoteca und der Cocktailbar mit Lounge.

Wir entschieden uns für das Sandwichverfahren: Drink – Essen - Drink. Ich kam etwas früher, um mit dem Keeper ins Gespräch zu kommen. “Sind Sie Steffen Lohr?” – “Nee – der ist schon seit ein paar Wochen nicht mehr hier, mixt jetzt im ‘Ich Weiß,’ einer neuen Bar. Ich bin sein Schüler und habe das jetzt hier übernommen.” Ein Blick in die Karte lässt daran erinnern, dass hier auch schon Bastian Heuser von den Travelling Mixologists gewirkt hat. Kreativität pur. Ich entschied mich für den ‘Cilantro-Chili-Gimlet’, einer Mischung aus Koriandersamen, frischem roten Chili, Gin, Rose’s Lime Juice und frischem Limettensaft. Eine Superkombination, die Leuten gefallen wird, die sowohl Gimlet als auch Chili mögen. Leider wurde der Drink nicht wie in der Karte angekündigt, in eine Martinischale abgeseiht, sondern (wie später auch der Sazerac) in einem Tumbler auf Eis serviert, was den Drink nach 5 Minuten verwässerte. Das Glas Wasser musste nachgefragt werden. Der Barkeeper fragt nicht nach der Wunschspirituose im Gimlet. Also, ein bisschen Üben (und vielleicht auch noch Unterstützung von den alten Helden) bringt die neue Crew sicher schnell auf den Stand, den das Biancalani bestimmt halten möchte.

Aber jetzt ins Restaurant – die Speisekarte hatte mich schon neugierig gemacht; sie verspricht moderne italienische Küche ohne modischen Schnickschnack zu akzeptablen Preisen – wenn die Qualität stimmt. Um es kurz zu sagen: Die Qualität stimmt auf den Punkt. Alles ist ganz fein, der Geschmack der jeweils wenigen Zutaten ist hervorragend herausgearbeitet.

Ich begann mit dem warmen Salat vom Octopus und Steinpilzen mit Croutons, Minze und Petersilie (€ 13,50): Der Oktopus butterweich und die Vinaigrette geradezu perfekt. Alles harmoniert. Dann als Zwischengang Entenstopfleber und Boudin-Blutwurst im Strudelteig auf Balsamico-Linsen mit Apfel (€ 13): auch hier das gleiche Gefühl: passt schon, wie der Wiener sagen würde. Schließlich noch die Dorade auf kleinen Artichoken mit Oliven (€ 22,70): Lecker, aber nicht so aufregend wie der Kabeljau mit Kalbszunge auf Wirsing und Kartoffelpüree und grobem Senf, den ich probieren durfte.

Mit den Weinen haben wir uns nicht sehr ausführlich beschäftigt, da wir noch von unseren Cocktails genug hatten. Der offene Soave war jedenfalls sehr ordentlich.

Von meiner Beschreibung möchte man meinen, dass dies ein perfektes Restauranterlebnis war. Leider weit gefehlt. Denn so gut das Essen, so qualvoll war es für uns, da die Raumakkustik in dem 70-Plätzerestaurant für einen solchen Lärm sorgt (ich schätze, um die 70-80dB), der nicht nur die Kommunikation gestört, sondern nach spätestens einer Stunde auch zu einem ansteigenden Rauschen im Kopf geführt hat. Schade!

Biancalani
Restaurant, Enoteca und Bar
Walter-von-Cronberg Platz 7-9
Frankfurt am Main
069-689776.15/.25/.20

Vietnam ist ein Land, das die gleiche Fläche und Bevölkerungszahl wie Deutschland hat. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 1.650 km, und es gibt viele regionale Küchen des Landes. In Hanoi (und in Saigon) gibt es ein Restaurant, in dem man alles probieren kann, in einer unwiderstehlichen Atmosphäre: Das Quan An Ngon. Das Besondere an diesem Restaurant ist, dass es aus einer Reihe von einzelnen Garküchen besteht, und man kann, statt aus der ausführlichen Speisekarte zu bestellen, einfach herumgehen und das aussuchen kann, was das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Alles ist superfrisch. Hier gibt es frische oder gebratene Frühlingsrollen in Reispapier, dort ein Seafoodcurry, hier wieder gegrilltes Rindfleisch, Reispfannenkuchen mit Shrimps, Salate, Gemüse, Crabcakes, süßen Klebreis und, viel, viel mehr. Alles höchst appetitlich präsentiert und sehr schmackhaft. Und das alles zu Straßenpreisen – wir waren zu fünft, haben 15 verschiedene Gerichte probiert, Bier getrunken, und zusammen doch nicht mehr als € 18 ausgegeben. Besser geht’s nicht.

Einen wunderbaren Eindruck vom Restaurant kann man in diesem schönen Video von wen88888  auf YouTube gewinnen:

Das Restaurant ist immer voll. Es gibt eine Filiale in Saigon / Ho Chi Minh Stadt.

Quan An Ngon
18 Phan Boi Chau
Hanoi – Haon Kiem
nicht reservieren – einfach hingehen

Quan An Ngon
138 Nam Ky Khoi Nghia, District 1
Saigon

Endlich wieder in Vietnam! China ist spannend, dynamisch, in Beijing und Schanghai auch kosmopolitisch, aber tierisch anstrengend, die Luft ist verschmutzt, man steht ständig im Stau, und die Preise haben auch ganz schön angezogen. Wie beschaulich wirkt da doch Hanoi, immerhin auch eine Millionenstadt. Ich liebe Hanoi, es gibt keine Großstadt in Asien, die soviel Charme hat, ein witziges Stadtbild, nette Menschen, gutes Essen, und meistens gutes Wetter (nur gerade jetzt nicht, wenn ich da bin – es regnet fast den ganzen Tag).

Für einen kleinen Hunger empfiehlt sich in Vietnam zu jeder Tageszeit eine Nudelsuppe, auf vietnamesisch Pho. Pho bekommt man an jeder Straßenecke, man setzt sich einfach auf einen kleinen Schemel, zahlt ca. einen Euro und hat die köstlichste Suppe vor sich. Man kann aber auch in eine der Filialen der Franchisekette Pho 24 gehen, wenn man eher auf blitz-blanke Küche und gesundheits-sichere Zutaten steht, vor allem am Anfang eines Südostasienbesuchs.

Bei Pho24, das es nicht nur mehr als zwanzigmal in verschiedenen Städten Vietnams gibt (die Webseite gibt Auskunft über alle Locations), sondern auch in Jakarta, Manila, Singapur und Sydney (wann in Berlin?) gibt es genau ein Produkt: Nudelsuppe. Man hat die Auswahl zwischen den weiteren Zutaten – verschiedene Arten von Rindfleisch, oder Huhn, oder Kutteln. Dazu gibt es einen kleinen Teller mit Basilikumblättern, Chilischoten, Sprossen. Zu trinken gibt es frische Säfte (oder auch Bier). Man hat die Bestellung im allgemeinen in 1-2 Minuten auf dem Tisch, da die Nudeln und das dünn geschnittene Fleisch nur kurz in kochender Brühe geschwenkt werden. Dank der Bindung des vietnamesischen Dongs an den Dollar kostet die Portion mit der besten Qualität Rindfleisch noch etwa € 1,30.

Kennen Sie Wuhan? Nie gehört? Die Stadt gehört zu den fünfzig größten der Welt (Population 5-9 Millionen, je nach Zählweise – “Provinz” ist eher metaphorisch gemeint), ist ein Technologiezentrum in Süd-Mittel-China und wird durch den Jangtse geteilt. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, dort sechs Tage zu weilen. Wenn mir langweilig wurde (und das passierte ziemlich oft), ging ich in das Blue Sky Cafe. Das Blue Sky ist einer der Treffpunkte von Langnasen, aber 60% der Gäste sind Chinesen. Ein bisschen Typ amerikanische Sportsbar, ein bisschen heruntergekommen, kann man hier aber ganz formlos und angenehm trinken, essen und tanzen (viel gute Lationmusik). Essen ist typisch europäisch-amerikanisch (Pizza, Burger, etc.); zur Zeit meines Besuchs gab es die marokkanische Woche mit leckerer Tagine.

Vom gepflegten Trinken soll die Rede sein. Meine Augen konnten nicht größer sein, als ich das Cocktailmenü und parallel dazu die Spirituosenauswahl zu sehen bekam. Ca. 50 Cocktails, vor allem Klassiker gibt es hier. Aber würden sie unter der kritischen Zunge des Drymartini-Testers bestehen? Sie bestanden. Alle Cocktails, die ich im Laufe meiner Besuche testete, z.B. Martini, Manhattan, Daiquiri waren handwerklich gut gemacht.

Hier wirkt Carson. Carson spricht praktisch kein Englisch, so war ich auf die Hilfe der Kellner und Kellnerinnen angewiesen, die auch nicht gerade flüssig waren. Carson hat on-the-job gelernt, und es gab wohl irgendwann mal einen Ausländer, der ihn in die Kunst der Mixologie eingeführt hat. Carson hat Produktkenntnisse und seine Handwerksfähigkeiten konstant entwickelt.

Die Rede ist von der Blue Sky Filiale in Hankou. Die Filiale in Wuchang habe ich nicht ausprobiert.

Blue Sky(蓝色天空咖啡)
Hankou Jianshe Dadao #735 (汉口建设大道735号)
(027) 85807466/85759937 
geöffnet: 11.00-2.00

Foto: Joerg1975 auf Flickr

Die oben zitierte Anregung fand ich auf einer Flasche 1998 Dynasty Dry Red. Was für ein wunderbares Kontrastprogramm zu US-amerikanischen Alkoholwarnungen.

Mit chinesischen Weinen stehe ich seit jeher auf Kriegsfuß. China ist ja mittlerweile der sechstgrößte Weinproduzent und auch schon siebtgrößter Weinkonsumenten der Welt (die Zahlen des World Wine Institutes gehen leider nur bis 2001, bei den entsprechenden Wachstumszahlen hat China vermutlich schon einige Plätze gut gemacht). Man kann es nicht aufhalten – das Land der Mitte schiebt sich kontinuierlich in allen Bereichen nach vorne. Bisher hatte ich aber nur selten einen chinesischen Wein entdeckt, der nur im Ansatz meine Gnade fand – vor allem, da in China die Preise für heimische Gewächse denen von Importweinen nicht nachstehen. Aber, man soll ja nicht aufgeben.

Also, auf in der Supermarkt in Wuhan. Aber wie wählt man aus? Beratung ist nicht – es spricht ja keine Verkäuferin Englisch (wäre spannend zu wissen, ob sie etwas von Wein verstehen). Eine Auswahl von ca. 40 Rot- und 10 Weißweinen. Viele alte Jahrgänge, vor allem von The Great Wall of China. Also, erst einmal zwei: einen preiswerten und einen mittelpreisigen.

2001 Moutai Cru Bourgeois (!) für ca. € 3 war in 30 Sekunden erledigt. Einen so stechenden Korkgeruch, dazu noch so starke Azetontöne findet man selten. Schnell in den Ausguss.

Schon anders der bereits erwähnte Dynasty Dry Red Wine 1998 (€ 9). Gerade so am Kippen, aber durchaus noch trinkbar. Geruch undefinierbar, Geschmack undefinierbar, keine Beeren, kein Holz, keine Vanille, vielleicht am ehesten noch Lakritz (vielleicht ein gaaanz kleiner Korkschmecker, und ein klitzekleines bisschen Azeton). Nicht wirklich so gut, dass man nicht auf einen der Importweine zurückgreifen sollte, die es in allen Kaufhäusern gibt. Aber auch nicht so, dass man die Flasche auskippen muss. Und er ist ja gesund.

Ein letzter Versuch. Vielleicht lag es ja im Supermarkt – in Deutschland kaufe ich auch auch nicht dort. Das Restaurant meines Hotels scheint die Flaschen vernünftig zu lagern. Zum chinesischen Abendessen (scharfes Rindfleisch mit vielen grünen Chilischoten, gebratener Tofu mit Frühlingszwiebeln) bestelle ich Changyu Cabernet Sauvignon des Jahrgangs 1996. Das Weingut besteht seit 1892. Bei Wein-Plus findet man folgende Information:

Der Regierungsbeamte Zhang Bishi führte aus Europa 120 Vinifera-Sorten ein, kaufte 67 Hektar Land in Yantai auf der Halbinsel Shandong und gründete die Kellerei Changyu (Zhang Yu = Wohlstand). Als Kellermeister wurde der österreichische Konsul Baron Max von Babo eingesetzt, der Fässer und Pressen aus Österreich einführte und die Kellerei zu internationalem Ansehen brachte. Das war die Geburtsstunde des heutigen Wein-Unternehmens mit dem vollen Namen „Yantai Changyu Pioneer Wine Company Limited”. Ursprünglich war dies ein reiner Staatsbetrieb, in der Zwischenzeit hält der Staat noch 51% der Aktien. Die Weingärten umfassen knapp 4.700 Hektar Rebfläche.

Ja, diesen Wein kann man trinken. Typischer Cabernet-Geschmack, Lakritz und Leder, kein absoluter Premium-Wein, aber besser als vieles, was man im heimischen Supermarktregal findet. Im Restaurant kostet er € 24, ich vermute, dass der Ladenpreis bei ca. € 10-15 liegt.

Eine gute Zusammenfassung der chinesischen Weinindustrie findet man in der Beijing Rundschau.

Wer in China einmal in einer größeren Gruppe in einem lokalen Restaurant gegessen hat – egal in welchem Teil des Landes – findet keine Freude mehr an chinesischem Essen in Deutschland. Wegen der großen Vielfalt der Speisen, größer als in jedem anderen Land der Erde, habe ich normalerweise auch selten den Wunsch, etwas anderes als klassische chinesische Küche zu genießen. Aber wenn man sich länger in Beijing (Peking) aufhält, kann das schon einmal passieren.

Kulinarisch ist diese 20 Millionenstadt kosmopolitisch. Man kann alles essen, was es auch in jeder europäischen oder nordamerikanischen Großstadt gibt, und zusätzlich natürlich das große Angebot an Speisen aus den chinesischen Provinzen. Es gibt hier keine Ausrede dafür, schlecht zu essen oder etwa zu Kentucky Fried Chicken zu gehen (die Chinesen lieben KFC, es gibt eine Filiale an fast jeder Ecke).

Während meines kurzen Aufenthaltes in Beijing besuchte ich vier Restaurants. Von dreien (alle im Stadtteil Chaoyang) soll hier die Rede sein. Eigentlich gehe ich in China – wie in Italien – selten in die Restaurants der gehobenen Preisklasse. Der Standard von “gewöhnlichen” Restaurants ist in beiden Ländern gewöhnlich so hoch, dass es kaum Sinn macht, viel Geld für gutes Essen auszugeben. Aber auf das Green-T-House in Beijing war ich wirklich gespannt – es gilt als das angesagte Restaurant der Stadt (wenn es nach der Oktoberausgabe des FEINSCHMECKERs geht).

Wer in Berlin das Shiro i Shiro liebt, findet hier – zumindest was das Design betrifft – noch eine Steigerungsstufe, aber auch viele verwandte Stilelemente. Zum Beispiel die weißen Lacktische, die es in beiden Restaurants gibt. Der zentrale Raum des Green-T-House ist von einer zusammenhängende Tischreihe dominiert; man sitzt also auf Tuchfühlung mit dem Nachbarn. An der Seite gibt es noch gemütliche Kuschelecken mit weißen Polstern, wo man im Liegen oder Sitzen oder Hocken trinken und essen kann. Und dann eben noch einzelne weiße Lacktische. Die Kerzen hängen an dünnen Fäden von der Decke herab. In der Nähe der Bar steht ein monumentaler Wachskoloss, in dem zehn Flammen brennen. Uns hat alle das Waschbecken in der Toilette fasziniert – ein Touchsensor löst einen kleinen Wasserfall über einen Breite von zwei Metern aus. Interessantes Spiel mit Beton und verschiedenen Hölzern. Das Design hört nicht bei der Einrichtung auf, sondern wird konsequent auf das Essen angewendet.

Aber das Essen und der Service: Wieder einmal hat sich die alte Regel bestätigt – gehe nie mit Bekannten in ein Lokal, dass Du selbst noch nicht ausprobiert hast (vor allem, wenn am Ende alle die Rechnung teilen). Leider hinkt das Geschmackserlebnis dem Design hinterher. Das Essen ist gut, aber dann doch eher gut präsentiert – auf jeden Fall nicht die Preiskategorie wert. Der Service hingegen ist so miserabel (bei Preisen, die in Peking ihresgleichen suchen), dass ich doch ein bisschen beschämt war. Die Englischkenntnisse der Mitarbeiter waren nicht ausreichend für den internationalen Standard. Überhaupt schien uns übereinstimmend, dass die Servicekräfte nicht wirklich geschult waren – gerade in einer Region, wo guter Service selbst in Eckkneipen selbstverständlich ist (mir wurde das Urteil von einem anderen in Peking ansessigen Bekannten, der die Gastroszene gut kennt, bestätigt). Eine Vorspeise wurde erst mit der Hauptspeise serviert, während eine Hauptspeise überhaupt nicht und erst nach mehrmaligem Nachfragen geliefert wurde (als alle anderen schon aufgegessen hatten). Man bekommt in Peking für ein Viertel des Geldes (wir zahlten ca. € 50 pro Person) mehr geboten – das Design natürlich ausgenommen.

Am nächsten Tag lies ich meine Pekinger Freunde die Wahl treffen. Wir gingen in das Beijing DaDong Roast Duck Restaurant, das mehrere Filialen in der Stadt hat. Das DaDong ist zwar auf Pekingente spezialisiert – die Speisekarte gleicht aber vom Umfang und von der Bebilderung her einem Versandhauskatalog: auf ca. 100 Seiten waren ca. 250 Gerichte, quer durch die chinesische Küche abgebildet. Man sollte in einer Gruppe von 5-8 Personen herkommen, um an einem runden Tisch mit Drehplatte eine möglichst große Variation von Speisen probieren zu können. Ente muss natürlich dabei sein. Dazu kommt ein Koch mit einem Arbeitstisch angerückt und schneidet das gebratene Tier in kleine Stücke, die man dann in kleine Pfannkuchen bettet, mit süßer Sojasauce bestreicht und mit Frühlingszwiebeln belegt. Auch alles andere – vom Quallensalat über gesottenes Rindfleisch bis hin zum grünen Gemüse mit Knoblauch war von bester Qualität.

Die Weinkarte lies nicht zu wünschen übrig – von einem Pomerol für € 1200 bis zu einer großen Auswahl australischen und europäischen Weinen ab € 30. Der Service war hier – wie zu erwarten – makellos. Hier gaben wir pro Person ca. € 14 für ein üppiges Mahl inklusive Bier aus.

Am letzten Tag, vor meinem Abflug nach Wuhan hatte ich keine Gesellschaft zum Essen, da ich mich kurz darauf noch mit Dan Stephenson, einem Mitglied der Bar-Consulting-Gruppe Alconomics, auf ein Bar Drinks in The Face treffen wollte. Also nutzte ich die Gelegenheit und habe gleich auch eines der beiden Restaurants des The Face ausprobiert. The Face hat Häuser in Beijing, Shanghai, Jakarta und Bangkok, die alle in asiatisch-kolonialem Stil eingerichtet sind. Es dominieren tropische Hölzer und dunkle Farben, das Licht ist gedämpft; alle Details sind wohl ausgewogen. Ein Platz für romantische Stunden. Chinesisches Essen gibt es hier nicht, stattdessen ein thailändisches und ein indisches Restaurant. Ich probierte letzteres aus und war mit meinem südindischen Lammcurry plus Naan außerordentlich zufrieden – von der Tatsache abgesehen, dass ich das einzige Rezept von der Karte gewählt hatte, dass mit zwei Chilischoten gekennzeichnet war, aber eher im Bereich des leicht scharfen angesiedelt war. Der offene Wein aus Australien war ordentlich aber nicht umwerfend. Für € 10-20 Euro kann man in The Face gepflegt essen und einen schönen Abend verbringen, vor allem, da man nur einen Raum weiter gehen muss, um zur Bar zu gelangen.

Auch hier dominieren dunkle und rote Töne, es gibt einen Billardtisch mit rotem Tuch und das Klackern der Kugeln wirkt wie ein Signal zum weiteren Entspannen. Man hat die Wahl zwischen einer gemütlichen Lounge, einem Außerbereich im begrünten Innenhof, sowie einem Platz an der Bar. Die Qualität der Cocktails ist von unterschiedlicher Qualität. Der klassische Martini war handwerklich gut gemacht, während der Daiquiri nicht unsere Zustimmung fand (hier ist man mehr auf Frozen Daiquiris mit Fruchtpürrees eingestellt). Aber man muss ja nicht unbedingt Coktails trinken – ein Bier oder ein Glas Wein tut es ja auch, und die Atmosphäre und die Qualität des Service lädt dazu ein, einen Abend im The Face zu verbringen.

Schließlich noch ein kleiner Abstecher ins Centro, einer Bar im Hotel Kerry Centre, die mir schon vor zwei Jahren positiv aufgefallen ist. Mit dem Taxi von The Face keine 10 Minuten. Das Centro ist eine andere Welt vom Typ mondäne Champagnerbar für Reiche und Schöne (zum Glück nicht nur); es geht laut zu, die Atmosphäre ist aber ungezwungen. Hier gibt es eine große Auswahl von offenen Weinen aus aller Welt, Zigarren und Cocktails, die ich leider nicht beurteilen kann, da mir zum Absacken nach Weißwein war. Dan bestätigt aber, dass hier manchmal einer der Ausnahmemixer von Beijing – Bruce Lee – die Hand am Shaker hat. Von 21 bis 23 Uhr gibt es hier Live Jazz.

Green T. House
紫云轩餐厅
6 Gongti Xilu
behind Worker’s Stadium
工体西路6号
+86-10-6552-8310/11
info@green-t-house.com

Da Dong Roast Duck Restaurant
大董烤鸭店
at Nanxincang at Tuanjiehu
Bldg 3, Tuanjiehu Beikou
southeast corner of Changhong Qiao
团结湖北口3号楼
东三环路长虹桥东南角
Tel. +86-10-6582-2892/4003/4102

The Face
26 Dong Cao Yuan,
Gong TiNan Lu Chao Yang Ou,Beijing 100020
中国北京市朝阳区工体南路, 东草园26号,100020
+86-10-6551 6788

Centro
im Shangri-La
Kerry Centre
No 1 Guanghua Road
Beijing 100020
China
+86-10-6561 8833

Fotos kommen in einer Woche.

Es gibt Bars, mit denen man sofort in love fällt. Die Q-Bar in Peking (danke an Dan Stephenson) ist so ein Platz. Wie viele besondere Plätze ist sie ein bisschen off centre, das heißt nicht mitten dort, wo sich die Touristenmassen konzentrieren. Sanlitun ist jedem Touristen als einer der Top-Nightlife-Adressen bekannt, ich habe mich dort nie wohl gefühlt. Folgt man jedoch der Sanlitunstraße ein bisschen (nach Osten? Westen? Norden? Süden?), kommt man in eine ruhigere Gegend. Hier liegt das Eastern Inn, ein lokales Zweisternehotel, und ein kleine Leuchtreklame weißt auf die Q-Bar hin. Nicht sehr auffällig, und eigentlich ein Platz, an dem man gleich wieder umdrehen möchte. Ich wollte einfach wieder einmal nicht glauben, dass ich am richtigen Ort bin, betrat die sehr post-sozialistische „Lobby“, und betrat den Aufzug. Kein Hinweis auf die Q-Bar, also drückte ich auf die höchste, die fünfte Etage. Immer noch kein Hinweis auf die Bar (ein ähnliches Feeling wie im Palladium in Nitra). Also noch mal eine abgeranzte Treppe hoch, und schon ist man in einer anderen Welt. Die Q-Bar hat eine schöne Dachterasse mit Holzmöbeln und Teelichtern. In der eigentlichen Bar ein langer Tresen; einfaches, aber klares Design, dunkelrote Wände, kein Schnickschnack – einfach nur Bar.

Hier wirkt Wendy (die linke der beiden Damen auf dem Photo), die aber nicht die Hauptmixerin des Hauses ist. George muss ich ein anderes Mal kennenlernen. Wendy macht gute Cocktails, alles stimmt. Gute Auswahl an Vodkas und Malts (natürlich), aber auch überraschend viele Gins; wenig Rums. Ein klar gegliedertes Menü, und die Drinks stimmen. Ich startete mit einem Q-Bar-Martini (Gin oder Vodka, Vermouth, Minze!) – perfekt. Überhaupt – die Martiniauswahl war eine der besten, die ich seit langem gesehen habe. Dann einen XYZ, eine Art Daiquiri (weißer Rum. Cointreau, Limonensaft), und schließlich ein Bourbon Sour.

Die Q-Bar gilt unter vielen Barflies als die beste Pekings.

6/F, Eastern Hotel
Corner of Sanlitun Nanlu and Gongti Nanlu
三里屯南路和工体南路交接口
朝阳医院东门逸羽酒店6层
Phone: 6595-9239, 139-1031-9718
www.qbarbeijing.com
drink@qbarbeijing.com
Open 6pm-2am

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat es vor zwei Wochen vorgemacht, ich folge mit gezogenem Hut nach: die Suche nach der guten, nein, der perfekten Pizza ist eröffnet. Nicht jeder hat das Glück, mal schnell an der Piazza di Spagna in Rom (Via della Croce) oder sogar in Neapel vorbei zu schauen, um sich ein Stück pizza a taglio in den Mund zu schieben. Nicht nötig - denn es gibt ja Dolce Pizza in der Maaßenstraße in Berlin Schöneberg (und mittlerweile auch mit Filialen in Kreuzberg und im Prenzlauer Berg).

Das Problem: Dolce Pizza macht nach eigener Auskunft keine Pizza, sondern Focaccia. Ich finde, darüber kann man streiten, denn hier bekommt man wunderbar dünn knusprige Teigfladen, zum Beispiel die klassische Magharita, oder die Napolitana, oder eines der Highlights, die Pizza (Focaccia?) mit scharfer Salami. Der Pizzaofen steht nicht still und im Minutentakt werden die 60cm langen Produkte  auf die Theke geworfen.

Das Stück auf die Hand kostet schlappe € 1,80, einen ganzen Fladen bekommt man für € 14. Achtung: Suchtgefahr.

Dolce Pizza Store 1
Maaßenstr. 6
10777 Berlin

Dolce Pizza Store 2
Hagelbergerstr. 16
10965 Berlin

Dolce Pizza Store 3
Lychener Str 2-4
10437 Berlin

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